Werbung in WhatsApp gestartet - in Europa erst 2026

Michi Neumann • 20.06.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Meta startet Werbung in WhatsApp weltweit - aber die EU wird frühestens 2026 einbezogen. Datenschutzbehörden prüfen das neue Ad-Modell.
WhatsApp Icon

Meta hat diese Woche den globalen Rollout von Werbung in WhatsApp gestartet. Zum ersten Mal überhaupt gibt es Anzeigen direkt in der App. Nur: EU-Nutzer bleiben vorerst verschont. Zumindest noch.

Wie die irische Datenschutzbehörde DPC bestätigte, wird das neue Werbe-Modell frühestens 2026 in der EU aktiviert. Das hat WhatsApp laut DPC bereits offiziell mitgeteilt. Datenschutz, schon wieder.

Die Werbung erscheint aktuell in der Updates-Sektion von WhatsApp, genauer gesagt:

  • im Status-Bereich (also dem WhatsApp-Pendant zu Instagram Stories)
  • in der Kanäle-Liste, wo Nutzer Content von Creators und Marken folgen können

Meta betont, dass das System „datenschutzfreundlich“ sei. Das bedeutet in der Praxis: Anzeigen basieren auf Daten wie Stadt, Sprache, Interaktionen mit Kanälen - und, sofern man WhatsApp mit dem Meta-Konto verbunden hat, auch auf den Ad-Interessen aus Instagram und Facebook. Klingt harmlos, ist aber genau das, was EU-Regulierer auf den Plan ruft.

Laut DPC-Kommissar Dale Sunderland ist es „noch zu früh“, um zu sagen, ob das Werbe-Modell grundlegend problematisch ist. Die Behörde wolle gemeinsam mit anderen Datenschutzaufsichten genau prüfen, ob und wie die geplante Personalisierung mit der DSGVO vereinbar ist.

Das alles geschieht vor dem Hintergrund einer laufenden US-Kartellklage, bei der Meta gezwungen werden könnte, sich von WhatsApp und Instagram zu trennen. Pikant: Genau in dieser Phase rollt der Konzern ein Feature aus, das die Plattformen noch enger verzahnt.

Während Meta die Werbemaschine auf WhatsApp weltweit anlaufen lässt, zeigt sich erneut: Europa bleibt ein Sonderfall. Wo andere Märkte liefern, muss Meta hier erst verhandeln und möglicherweise anpassen.

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