Es gab zuletzt einiges an Rauschen in der Leitung, was die Zukunft von PayPal innerhalb der Google Wallet angeht. Wer befürchtet hatte, an der Supermarktkasse bald wieder zum physischen Portemonnaie greifen zu müssen, kann erst einmal durchatmen. PayPal hat zurückgerudert und klargestellt, dass die bestehenden Verknüpfungen erhalten bleiben und auch neue Kopplungen weiterhin möglich sind. Das gilt sowohl für das Smartphone als auch für die Übertragung des Profils auf ein neues Gerät.
Hintergrund der Aufregung war eine Kommunikation, die man wohlwollend als missverständlich bezeichnen könnte. In den USA hat PayPal die Zelte bei Google bereits weitgehend abgebrochen, um die Nutzer stärker in die eigene App zu ziehen. Dass dieses Modell nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar ist, liegt vor allem an der hiesigen Bankenstruktur. Besonders Kunden von Sparkassen nutzen die Kombination aus Google und PayPal gerne als Brücke, da viele hauseigene Banking-Apps zwar auf dem Handy funktionieren, aber auf der Smartwatch unter Wear OS schlicht nicht existieren.
Die technische Partnerschaft besteht bereits seit 2018 und war damals für viele der erste unkomplizierte Einstieg in das kontaktlose Bezahlen ohne Kreditkarte. Dass PayPal diesen Kanal offen lässt, ist weniger Nächstenliebe als vielmehr eine Reaktion auf das Feedback der Nutzer. Ein harter Cut hätte wohl eher zu Frust als zu einem Wechsel zur PayPal-eigenen Bezahlfunktion geführt, die das Unternehmen eigentlich pushen möchte.
Interessant bleibt die geografische Limitierung. Wer mit dieser Kombination am Handgelenk bezahlt, ist weiterhin auf Terminals in Deutschland und den USA beschränkt. Ob die Kooperation hierzulande auf ewig in Stein gemeißelt ist, bleibt abzuwarten. PayPal baut seine eigene App konsequent zur All-in-One-Finanzlösung aus, um die Datenhoheit zu behalten und die Abhängigkeit von Drittanbietern wie Google zu minimieren. Für den Moment siegt jedoch der Pragmatismus über die Plattform-Strategie.
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