Milliardenschaden durch TV-Piraterie ruft neue Netzsperren auf den Plan

Christian Palm • 30.05.26 - 11:54 Uhr
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Illegales Live-TV-Streaming verursacht 2025 in Deutschland 2,4 Milliarden Euro Schaden. Die Medienbranche fordert nun drastische und dynamische Netzsperren.
Fernseher

Vielleicht kennst du das Problem der zersplitterten Streaming-Landschaft selbst. Wer heute verschiedene Sportarten und Serien sehen will, braucht unzählige Abos. Das treibt das illegale Live-TV-Streaming ungebremst an. Trotz Klagen, Netzsperren und ständigen Warnungen klettern die Nutzerzahlen. Ein neues Gutachten von Goldmedia im Auftrag des Verbands Privater Medien (Vaunet) belegt für das Jahr 2025 einen massiven Anstieg der Piraterie in Deutschland.

Der wirtschaftliche Gesamtschaden beläuft sich mittlerweile auf rund 2,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2022 ist das ein Sprung um ganze 33 Prozent. Den direkten Schaden tragen die Medienunternehmen mit etwa 1,5 Milliarden Euro. Aber auch dem Staat entgehen dadurch rund 542 Millionen Euro an dringend benötigten Steuern und Sozialabgaben.

Bequemlichkeit schlägt Unrechtsbewusstsein

Aktuell greifen rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland auf illegale lineare TV-Streams zu. Besonders, wenn du zwischen 16 und 33 Jahren alt bist, fällst du genau in die Hauptnutzergruppe dieser Portale. Der Grund dafür ist oft gar nicht der Preis. Für knapp drei Viertel der Nutzer bieten diese Plattformen schlicht den bequemsten Weg, lineares Fernsehen zu konsumieren. Alles ist an einem Ort gebündelt. Die Nutzerführung vieler illegaler Anbieter stellt die legalen Alternativen in Sachen Usability schlicht in den Schatten.

Die Studie zeigt aber auch einen klaren Hebel: Verschwinden die illegalen Optionen aus dem Netz, steigt die Bereitschaft der Nutzer, für legale Abonnements zu bezahlen.

Rechteinhaber fordern technische Eskalation

Die Branche will sich diesen Kontrollverlust nicht länger bieten lassen. Der Verband Vaunet fordert nun deutlich schärfere Instrumente. Plattformen und Hosting-Dienste sollen gezwungen werden, rechtswidrige Inhalte innerhalb kürzester Zeit zu löschen. Die Toleranzgrenzen sinken massiv.

Für dich als Internetnutzer wird eine andere Forderung in Zukunft deutlich spürbarer sein: dynamische Netzsperren. Internetzugangsanbieter sollen illegale Live-Streams direkt während einer laufenden Übertragung blockieren müssen. Rechteinhaber wollen zudem unmittelbar gegen die Infrastruktur der Angebote vorgehen, ohne vorher die meist anonymen Betreiber aufwendig identifizieren zu müssen. Dass diese harte Gangart zunimmt, siehst du an aktuellen Beispielen. Erst Anfang Mai haben die DFL und DAZN erfolgreich eine weitreichende Sperr-Anordnung gegen eine große illegale Streaming-Plattform durchgesetzt.

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