Wer die kostenlose Bildbearbeitung Paint.net herunterladen wollte, musste über zwei Jahrzehnte einen Umweg im Browser gehen. Die logische Adresse war belegt, weshalb Entwickler Rick Brewster auf die Ausweich-Domain getpaint.net setzen musste. Nach 22 Jahren hat dieses rechtliche Katz-und-Maus-Spiel nun ein Ende.
Ein fataler Fehler der Vorbesitzer
Der Weg zur eigenen Domain war lang und durch überzogene finanzielle Forderungen sowie die strikte Weigerung der bisherigen Inhaber blockiert. Im Dezember 2025 begingen diese jedoch einen entscheidenden Fehler: Sie bauten ihre Website so um, dass sie der offiziellen Download-Seite von Paint.net täuschend ähnlich sah.
Mit irreführenden Links und platzierter Werbung versuchten die Inhaber, unrechtmäßig von der geschützten Marke zu profitieren und ahnungslose Nutzer in die Irre zu führen. Dieser offensichtliche Fall von Domain-Squatting und Markenrechtsverletzung gab Brewster endlich die nötige rechtliche Handhabe. Ein eingeschalteter Anwalt sorgte dafür, dass der Missbrauch gestoppt und die Domain dem rechtmäßigen Entwickler zugesprochen wurde.
Vom Studentenprojekt zur festen Größe
Paint.net startete bereits im Jahr 2004 an der Washington State University als studentisches Projekt. Damals mit Mentoring von Microsoft als moderner Ersatz für das rudimentäre Windows Paint konzipiert, wuchs das Programm schnell zu einer eigenständigen und mächtigen Alternative heran.
Die Software bietet dir die Arbeit mit Ebenen, unbegrenztes Rückgängigmachen und zahlreiche Spezialeffekte. Damit schließt sie elegant die Lücke zwischen einfachen Standard-Tools und hochkomplexen Programmen wie GIMP oder kostenpflichtigen Branchenstandards. Zwar wird das Tool seit Version 3.5 nicht mehr als Open Source geführt, es blieb aber dauerhaft kostenlos. Brewster pflegt das Projekt bis heute aktiv weiter; aktuelle Versionen setzen mittlerweile Windows 10 oder 11 sowie ein 64-Bit-System voraus.
Was der Umzug für dich bedeutet
Aktuell leitet die neue Adresse paint.net lediglich auf die bekannte Ausweich-Domain um. In naher Zukunft wird Brewster die gesamten Inhalte auf die neue Hauptadresse migrieren.
Du musst dir jedoch keine Sorgen machen, dass alte Forenbeiträge, Tutorials oder deine gesetzten Lesezeichen plötzlich ins Leere führen. Die alte URL bleibt als permanente Weiterleitung dauerhaft bestehen. So bleiben über 20 Jahre an gesammeltem Community-Wissen erhalten, während du die Software künftig unter dem Namen findest, den sie eigentlich schon immer tragen sollte.
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