Tausende Überwachungskameras weltweit offen im Netz - auch in Deutschland

Christian Palm • 16.06.25 - 07:23 Uhr
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Sicherheitsforscher fanden über 40.000 ungeschützte Überwachungskameras weltweit - viele mit Zugriff auf sensible Bereiche. Auch Deutschland ist betroffen.
Überwachungskameras CCTV

Chinesische Überwachungskameras stehen seit Jahren unter Spionageverdacht - nun zeigt ein aktueller Bericht, wie real diese Gefahr tatsächlich ist. Die Sicherheitsfirma Bitsight hat herausgefunden, dass weltweit über 40.000 Kameras frei im Netz erreichbar sind - inklusive Livebildern aus Datenzentren, Krankenhäusern, Fabriken und Hotels.

Was dafür nötig ist? Nicht viel. Wer den Link der Kamera kennt, kann ihn einfach im Browser aufrufen - keine Zugangsdaten, keine Firewalls. Für technisch versierte Angreifer ist es laut Bitsight ein Leichtes, an solche Links zu kommen. In einschlägigen Foren kursieren sie offen.

Besonders betroffen: die USA mit rund 14.000 ungeschützten Kameras. Aber auch in Japan, Österreich, Tschechien - und Deutschland wurden Hunderte solcher Schwachstellen entdeckt. Und das ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs: Weltweit sind über eine Milliarde Kameras im Einsatz, viele davon in kritischer Infrastruktur.

Die Risiken? Von Spionage und Datendiebstahl über Einbruchsvorbereitung bis hin zu Stalking. Wenn sich Kameras im Inneren von Gebäuden befinden und Personen erfassen, ist das eine Einladung für jede Form digitaler Überwachung - oder schlicht kriminellen Missbrauch.

Firmen, die solche Kameras einsetzen, sollten jetzt handeln:

  • Standardpasswörter ändern, sofern noch nicht geschehen
  • Fernzugriff deaktivieren, wenn unnötig - oder per VPN und Firewall absichern
  • Firmware und Sicherheitsupdates regelmäßig einspielen
  • Und: Den Selbsttest machen - lässt sich die Kamera von außen aufrufen?

Bitsight empfiehlt außerdem, Alarme einzurichten, die auslösen, sobald Unbekannte auf Kamerastreams zugreifen. Denn oft merken Firmen nicht einmal, dass sie bereits beobachtet werden.

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