Na, da ist sie also: die nicht wirklich überraschende WhatsApp-Werbung. Seit Jahren wurde spekuliert, jetzt rollt Meta den Zug langsam an. Wer die neueste Beta installiert, bekommt erstmals einen Vorgeschmack auf das, was Meta „User Experience Monetization“ nennt. Andere nennen es einfach nervig.
Die Werbung erscheint im „Aktuelles“-Tab, also dort, wo bisher Status-Updates von Kontakten und öffentliche Kanäle versammelt sind. Zwischen Urlaubsbildern von Freunden und Nachrichtenkanälen poppt dann plötzlich ein gesponsertes Restaurantangebot oder eine Werbung für irgendeinen lokalen Shop auf. Die Promoted Channels sind ebenfalls Teil der Werbeoffensive - klar gekennzeichnet, aber halt trotzdem Werbung.
Wichtig: Private Chats und Gruppen bleiben weiterhin werbefrei - zumindest vorerst. Meta betont außerdem, dass die Anzeigen nicht auf persönliche Nachrichten zugreifen. Ausgewertet werden nur allgemeine Informationen wie Sprache, Region, gefolgte Kanäle und bisheriges Interaktionsverhalten. Klingt harmlos, ist aber natürlich trotzdem Tracking - nur halt mit WhatsApp-Maske.
Die Kampagne ist derzeit noch Beta-Only, wird aber ziemlich sicher bald breiter ausgerollt. Denn Meta hat ein Problem: WhatsApp hat weltweit Milliarden Nutzer - aber kaum nennenswerte Werbeeinnahmen. Das ändert sich jetzt. Statuswerbung ist Metas Versuch, aus einem bislang weitgehend werbefreien Messenger ein weiteres Monetarisierungsinstrument zu basteln. Ob das gut ankommt? Fraglich.
Werbung im Status mag auf Instagram normal sein. Bei WhatsApp fühlt es sich eher wie ein Tabubruch an. Und das nur, weil Meta sich das größte digitale Wohnzimmer der Welt einverleibt hat - und jetzt Miete verlangt.
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