Pocket wird eingestellt: Mozilla macht Schluss mit dem Späterlesen

Christian Palm • 23.05.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Mozilla stellt Pocket am 8. Juli 2025 ein. Die beliebte App zum Speichern von Artikeln verschwindet - neue Nutzer werden bereits jetzt nicht mehr zugelassen.
Firefox Browser

Pocket macht dicht. Die Lesezeichen-App, die einst unter dem Namen Read it later startete und 2017 von Mozilla übernommen wurde, wird am 8. Juli 2025 endgültig eingestellt. Was einst als praktische Möglichkeit begann, Webartikel zum späteren Lesen zwischenzulagern, verabschiedet sich damit vom digitalen Alltag, oder zumindest von dem, was davon noch übrig war.

Bereits jetzt ist Schluss für neue Nutzer: Die App ist aus sämtlichen Stores verschwunden und lässt sich auch über die Website nicht mehr herunterladen. Wer Pocket noch auf dem Gerät hat, kann es bis zum Stichtag wie gewohnt nutzen, danach bleibt nur der Export-Modus, mit dem sich gespeicherte Links sichern lassen. Digitaler Notizzettel war gestern.

Mozilla begründet den Schritt wie so oft mit einem Satz, der klingt wie direkt aus der KI-Textbaustein-Hölle: Man wolle sich künftig auf Projekte konzentrieren, „die besser zum heutigen Nutzerverhalten passen“. Im Klartext: Pocket war zu klein, zu alt, zu teuer. Oder alles zusammen.

Was passiert mit laufenden Abos? Monatszahler können beruhigt aufatmen: ihr Abo läuft aus, wenn der Abrechnungszeitraum endet. Bei Jahresabos gibt's anteilig Geld zurück, Mozilla will automatisch auf die ursprünglich genutzte Zahlungsmethode erstatten. Kein Drama, immerhin.

Einige Funktionen, etwa das Speichern von Inhalten, sollen künftig direkt in Firefox integriert sein. Schon jetzt empfiehlt der Browser kuratierte Artikel. Auch Tab-Gruppen und klassische Lesezeichen bleiben erhalten. Wer will, kann sich also weiterhin durch die tägliche Infoflut bookmarken, halt ohne Pocket.

Die Wahrheit ist: Das Internet ist heute schneller, kurzlebiger, visueller. Nutzer lesen weniger, swipen mehr, und speichern nur noch selten Inhalte für später, weil später längst TikTok, Gemini oder sonstwas ruft. Pocket war ein Tool für ein Web, das es so nicht mehr gibt.

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