IONOS Nextcloud Workspace: Europas Antwort auf Microsoft 365

Michi Neumann • 06.11.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
IONOS Nextcloud Workspace startet als europäische Microsoft-365-Alternative - mit DSGVO-Hosting, Open Source und KI-Assistent.
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IONOS und Nextcloud haben ihren gemeinsamen Nextcloud Workspace gestartet (angekündigt vor wenigen Monaten) - und nennen ihn selbstbewusst die „europäische Alternative zu Microsoft 365“. Das große Versprechen: volle Datenhoheit, volle Transparenz, keine US-Clouds, kein Datenexport. Der Workspace läuft komplett auf IONOS-Servern in deutschen Rechenzentren und soll damit „höchste Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit erfüllen“. Klingt nach dem Versuch, das Cloud-Office endlich souverän zu machen - diesmal wirklich.

Im Kern bietet der neue Workspace all das, was man von modernen Office-Plattformen erwartet: E-Mail, Kalender, Dateiablage, Chat, Videokonferenzen und natürlich Online-Dokumente auf Basis von Collabora. Neu ist der eingebaute KI-Assistent, der Texte übersetzt, Bilder generiert, Routineaufgaben automatisiert und sich als Chat nutzen lässt. Laut IONOS passiert das alles DSGVO-konform, transparent und unabhängig von US-Anbietern. Also KI ohne Datenabfluss in Richtung Redmond oder Kalifornien - das dürfte bei vielen Datenschutzbeauftragten für spontanes Wohlwollen sorgen.

Technisch baut der Workspace auf der bekannten Nextcloud-Infrastruktur auf, erweitert um Enterprise-Funktionen wie Benutzer- und Rechteverwaltung oder Mehrmandantenfähigkeit. Behörden und größere Unternehmen sind explizit als Zielgruppe genannt. In den nächsten Monaten sollen weitere Module folgen - etwa eine Dokumenten-KI, ein Virenscanner von G-Data und eine grafische Oberfläche für die IONOS-Cloud.

Auch preislich will man Microsoft Konkurrenz machen: Zum Start kostet das Paket für 25 Nutzer in den ersten drei Monaten 3 Euro pro Nutzer und Monat, danach 7,60 Euro. Zum Vergleich: Microsoft 365 Business Basic liegt bei mindestens 8,70 Euro pro Nutzer - ohne Teams. Für ein souveränes Cloud-Office „Made in Germany“ ist das also kein unrealistischer Einstieg.

Natürlich bleibt die Frage, ob IONOS und Nextcloud in Sachen Integration, Usability und Performance wirklich mit Microsoft mithalten können. Aber: Es ist ein wichtiger Gegenentwurf - technisch solide, offen, nachvollziehbar und vor allem datenschutzfreundlich. Endlich mal kein Marketing-Mantra von „digitaler Souveränität“, sondern ein greifbares Produkt.

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