Der Markt für Office-Software bekommt einen neuen Herausforderer - made in Germany. Unter dem Namen Nextcloud Workspace entwickeln IONOS und Nextcloud derzeit eine DSGVO-konforme Alternative zu Microsoft 365. Die Plattform soll nicht weniger als einen vollständigen digitalen Arbeitsplatz bieten - samt E-Mail, Office-Suite, Videokonferenzen, Chat und KI. Das alles auf Open-Source-Basis und mit klarer Ansage: 100 Prozent Kontrolle, 100 Prozent Europa.
Nextcloud Workspace versteht sich als Reaktion auf die wachsende Kritik an US-Diensten wie Microsoft 365, deren Datenschutzkonformität in Deutschland und der EU immer wieder in Frage steht. Laut Nextcloud-CEO Frank Karlitschek will man endgültig beweisen, dass "echte Alternativen für Unternehmen" existieren - unabhängig von US-Clouds, offen, transparent und mit voller Datenhoheit.
Technisch basiert der Workspace auf Collabora Online, einem Open-Source-Office auf LibreOffice-Basis. Zusätzlich sollen Unternehmensfunktionen wie zentrale Nutzerverwaltung, Mandantenfähigkeit und Behördeneinsatz folgen. Für die Serverinfrastruktur ist allein IONOS zuständig - mit Hosting ausschließlich in Deutschland. Damit erfüllt die Plattform die wichtigsten Anforderungen für Behörden und sensible Datenumgebungen.
IONOS-CTO Markus Noga sieht genau jetzt die Gelegenheit, die Lücke im Markt zu schließen: "Die Nachfrage nach souveränen Lösungen ist da - und wächst." Statt auf "bessere Technik" setzt man auf digitale Selbstbestimmung und offene Standards. Auch preislich will man Microsoft auf Augenhöhe begegnen - jedoch ohne Mindestanzahl an Nutzern, was besonders KMU und Bildungseinrichtungen entgegenkommen dürfte.
Ob der neue Workspace wirklich Bewegung in den Markt bringt? Fakt ist: Während manche Bundesländer Microsoft 365 ablehnen, setzt die EU-Kommission weiterhin auf Redmond. Ein Widerspruch, den Nextcloud Workspace für sich nutzen könnte - vorausgesetzt, die Lösung hält im Alltag, was sie auf dem Papier verspricht.
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