Es ist ein offenes Geheimnis in Cupertino, dass Hardware manchmal schneller fertig ist als die Software, die sie antreiben soll. Momentan trifft das offenbar das Wohnzimmer-Lineup. Während wir letzte Woche neue iPhones und MacBooks gesehen haben, blieben die erwarteten Updates für das Apple TV 4K und den HomePod mini in der Schublade. Mark Gurman von Bloomberg bestätigt (via MacRumors) nun das, was viele bereits vermutet haben: Die Geräte sind technisch startklar, aber sie haben ein Identitätsproblem namens Siri.
Apple möchte seine Smart-Home-Sparte offensichtlich eng mit der neuen Apple Intelligence verknüpfen. Das ergibt Sinn, denn ein smarter Lautsprecher ohne eine wirklich intelligente Sprachsteuerung ist im Jahr 2026 nur noch ein mittelmäßiger Briefbeschwerer mit gutem Klang. Das Problem dabei ist, dass die runderneuerte Siri immer noch nicht so zuverlässig läuft, wie die Ingenieure sich das vorstellen. Die Veröffentlichung wurde mehrfach verschoben, und damit hängen auch die neuen Boxen und der Mediaplayer in der Warteschleife.
Beim Apple TV 4K warten wir seit 2022 auf ein Upgrade. Das neue Modell soll intern wohl auf den A17 Pro setzen. Das ist derselbe Chip, der im iPhone 15 Pro Premiere feierte. Warum so viel Leistung für eine Streaming-Box? Genau hier kommt die lokale KI-Verarbeitung ins Spiel. Apple will die Anfragen nicht mehr nur in der Cloud parken, sondern direkt auf dem Gerät verarbeiten. Das sorgt für mehr Datenschutz und vor allem für Geschwindigkeit - sofern die Software denn fertig wird. Zusätzlich steht der N1-Chip für bessere Vernetzung auf dem Plan, was das Apple TV endgültig zum stabilen Ankerpunkt im Thread-Netzwerk machen soll.
Ähnlich sieht es beim HomePod aus. Ob nun nur der Mini oder auch das große Modell ein Update erhalten, bleibt unklar, aber die Richtung ist identisch: Neuere Chips aus der Apple Watch-Serie und verbesserte Ultra-Wideband-Technik. Man bekommt das Gefühl, dass Apple die Hardware-Produktion längst hochgefahren hat, die Kartons aber noch in den Lagerhallen stehen, bis der "Update"-Knopf für iOS 27 gedrückt wird.
Man könnte Apple jetzt vorwerfen, künstlich eine Verknappung zu erzeugen oder den Fokus zu sehr auf die Software zu legen. Andererseits wäre der Aufschrei groß, wenn man neue Hardware kauft, die dann monatelang auf ein versprochenes Feature wartet, das "später in diesem Jahr" kommen soll. Wir kennen dieses Spiel zur Genüge. Wer also auf ein neues Setup für sein Heimkino gehofft hat, muss sich wohl oder übel noch bis zum Herbst gedulden. Es sei denn, Siri lernt bis zum Sommer doch noch schneller dazu.
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