Siri und Gemini: Apples KI-Upgrade lässt weiter auf sich warten

Christian Palm • 12.02.26 - 07:25 Uhr
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Apple verschiebt KI-Features für Siri: Google Gemini Integration kommt erst mit iOS 26.5 oder iOS 27. Alle Details zu den Verzögerungen bei techupdate.io.
Apple iPhone Siri

Apple und Pünktlichkeit bei Software-Features sind aktuell zwei Dinge, die man nicht unbedingt in einem Satz nennen möchte. Nachdem im Januar endlich der Deal mit Google offiziell wurde, um Gemini als Gehirn für Siri zu nutzen, hakt es nun offenbar an der Umsetzung. Die ambitionierten Upgrades, die Siri eigentlich schon längst zum digitalen Einstein machen sollten, rutschen im Kalender immer weiter nach hinten.

Ursprünglich war der Plan, die neue Siri-Power mit iOS 26.4 im März an den Start zu bringen. Mark Gurman von Bloomberg berichtet nun jedoch, dass Apple die Features entzerren muss (via 9to5mac). Das bedeutet im Klartext: Ein Teil der Funktionen könnte erst mit iOS 26.5 im Mai erscheinen, während andere Kernkompetenzen womöglich direkt auf iOS 27 im Herbst geschoben werden.

Besonders schmerzhaft ist das für die Funktion des „persönlichen Kontextes“. Das ist das Feature, auf das viele warten: Siri soll in der Lage sein, deine Nachrichten, E-Mails und Notizen zu verstehen, um etwa nach einem Podcast zu suchen, den dir ein Freund vor drei Wochen geschickt hat, und ihn sofort abzuspielen. Auch die Steuerung von Aktionen innerhalb von Apps per Sprachbefehl scheint derzeit noch nicht stabil genug für den Massenmarkt zu sein.

Es ist eine kuriose Situation. Apple hat die "neue Siri" bereits im Juni 2024 angekündigt. Seitdem gab es viele Versprechungen, aber wenig Greifbares für die Nutzer. Während Google und Samsung ihre KI-Integrationen bereits im Alltag der User verankert haben, wirkt Apple wie der Gast, der zwar die beste Party der Stadt versprochen hat, aber immer noch vor dem Spiegel steht und sich die Krawatte bindet.

Interessant bleibt die langfristige Strategie. In iOS 27 soll Siri laut den Berichten nicht mehr nur eine Assistenz mit Kontext sein, sondern sich in einen echten Chatbot verwandeln. Dass Apple hierfür auf Gemini setzt, ist ein Eingeständnis, dass die eigenen Modelle - an denen man bis zuletzt parallel zu Verhandlungen mit Anthropic gearbeitet hat - wohl noch nicht die nötige Reife besitzen. Wer also gehofft hatte, im März endlich eine Siri zu erleben, die mehr kann als Timer zu stellen und das Wetter vorzulesen, braucht wohl noch ein paar Monate Geduld.

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