Es ist eine dieser Stories, die man vor zwei Jahren noch als schlechten Scherz abgetan hätte: Apple greift bei seinem heiligsten Assistenten auf die Konkurrenz zurück. Doch wir schreiben das Jahr 2026, und laut Mark Gurman von Bloomberg (via techcrunch) steht uns Ende Februar die erste echte Frucht der unwahrscheinlichen Ehe zwischen Apple und Google bevor.
Siri soll dann endlich das Versprechen einlösen, das Apple bereits im Sommer 2024 gegeben hat. Mithilfe von Googles Gemini-Modellen wird der Assistent in der Lage sein, auf deine persönlichen Daten und Bildschirminhalte zuzugreifen, um Aufgaben tatsächlich zu erledigen, statt nur Websuchen vorzulesen. Dass Apple dafür die Hilfe des Erzrivalen braucht, ist ein deutliches Zeichen: Die eigene KI-Entwicklung kam offenbar nicht so schnell voran wie erhofft.
Besonders charmant an Gurmans Bericht ist die interne Anekdote über Mike Rockwell, Apples Hardware-Chef für Vision Pro, der Berichte über eine KI-Strategiekrise im letzten Sommer als „Bullshit“ abkanzelte. Angesichts der Tatsache, dass Apple nun Milliarden an Google zahlt und der bisherige KI-Chef John Giannandrea den Posten geräumt hat, wirkt dieses „Bullsitt“ heute eher wie das Pfeifen im dunklen Wald.
Der Fahrplan sieht vor, dass wir im Februar eine erste Demonstration der neuen Siri sehen, die dann vermutlich mit iOS 26.4 im März oder April auf unsere iPhones rollt. Das ist aber nur der Vorgeschmack auf das, was im Juni zur WWDC passieren soll. Dort plant Apple offenbar den ganz großen Wurf: Eine komplett neue Siri, die als vollwertiger Chatbot auftritt - ähnlich wie ChatGPT oder Gemini Live.
Diese Version soll direkt über Googles Cloud-Infrastruktur laufen, was die Frage nach dem Datenschutz aufwirft, die Apple sonst so penetrant vor sich her trägt. Man darf gespannt sein, wie das Marketing-Team den Spagat zwischen „Private Cloud Compute“ und Google-Power verkauft. Eines ist jedenfalls klar: Der Stolz in Cupertino musste dem Realismus weichen. Siri braucht ein neues Gehirn, und das stammt nun mal aus Mountain View.
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