Nova Launcher unter neuer Flagge: Instabridge bringt die Ad-Server mit

Michi • 20.01.2026
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Nova Launcher gehört jetzt Instabridge. Die neuen Besitzer versprechen Updates, bringen aber auch Werbe-SDKs für die Gratis-Version mit. Prime bleibt ad-free.
Android-Tablet Illustration

Der Nova Launcher hat in seiner langen Karriere schon so einiges mitgemacht, doch seit dem 20. Januar 2026 ist das Chaos perfekt. Nachdem der bisherige Besitzer Branch das Projekt weitgehend gegen die Wand gefahren und Gründer Kevin Barry vor die Tür gesetzt hatte, übernimmt nun das schwedische Unternehmen Instabridge das Ruder. Die Botschaft der Schweden klingt erst einmal herrlich altruistisch: Man wolle der Community die „Benutzerkontrolle“ zurückgeben und Nova eine „stabile Zukunft“ sichern. Dass man dafür erst einmal Werbe-SDKs von Google und Meta in den Code pflanzt, wird als notwendiges Übel für ein „gesundes Geschäftsmodell“ verkauft.

Instabridge betont, dass man das Rad nicht neu erfinden will. Das Ziel sei es, Nova kompatibel mit modernen Android-Versionen zu halten und die Performance zu optimieren. Das ist auch dringend nötig, denn unter Branch herrschte zuletzt Stillstand. Interessanterweise soll die Community nun wieder eine Stimme bekommen - über Reddit und den Play Store will man Feedback einholen, bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden. Ob dieses Feedback allerdings die neuen Werbebanner im App-Drawer verhindern kann, darf bezweifelt werden. Erste Nutzer berichten bereits von „Sponsored Widgets“ und Ad-Tiles in der aktuellen Version 8.2.4.

Immerhin gibt es ein Trostpflaster für die treuen Fans: Wer für Nova Prime bezahlt hat, soll auch künftig von Werbung verschont bleiben. Bestehende Prime-Käufe werden laut Instabridge respektiert. Allerdings deutet das Unternehmen bereits an, dass es in Zukunft „andere Preisoptionen oder -stufen“ geben könnte. Das klingt verdächtig nach dem nächsten Abo-Modell, das nur darauf wartet, aus der Schublade geholt zu werden.

Besonders spannend bleibt die Personalie Kevin Barry und seine Pläne für eine Open-Source-Version. Bevor Branch ihn absägte, arbeitete Barry daran, den Code für die Allgemeinheit freizugeben - ein Vorhaben, das die alten Besitzer im letzten Moment stoppten. Instabridge gibt sich hier vage: Man prüfe die „verantwortungsvolle Offenlegung“ aktiv, müsse aber erst Fragen zu Lizenzierung und Sicherheit klären. Übersetzt heißt das wohl: Wir schauen mal, ob wir mit Open Source noch genug Geld verdienen können. Wer Nova wegen der Privatsphäre liebte, dürfte angesichts der neuen Tracker-Armada ohnehin schon mit gepackten Koffern bei den Alternativen anklopfen.

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