Ausgabe zwei meiner Kolumne Tech-Alltag. Und diesmal geht's um etwas, das mich jedes Mal gleichzeitig nervt und begeistert: Software-Updates. Ich installiere sie sofort, weil ich's wissen will - und ärgere mich dann, weil ich nicht erfahre, was genau da passiert.
Ich geb's zu: Ich bin einer von denen, die Updates sofort installieren. Kein Warten, kein „erstmal schauen, ob alles stabil ist“. Nope. Update kommt und ab dafür. Ich will sehen, was sich geändert hat. Ich will neue Funktionen sofort testen. Ich will das Gefühl, dass mein Gerät wieder ein Stück „frischer“ geworden ist. Für mich sind Updates wie kleine Tech-Geschenke.
Aber: Es gibt da ein Problem.
Apple: Flüster-Updates im Schlaf
Klar, iPhone und Mac sind da Meister: Update laden, Gerät neu starten, fertig. Keine Dramen, keine 47 Neustarts. Aber Apple verrät einem oft kaum, was eigentlich neu ist. Da steht dann was von „Verbesserungen und Fehlerbehebungen“ ... toll. Welche Fehler? Welche Verbesserungen? Ich will doch wissen, warum mein iPhone jetzt auf einmal 200 MB schlanker oder schwerer ist.
Windows: Der Update-Cliffhanger
Windows ist da ehrlicher, aber auch nerviger. „Update 1 von 47, bitte schalten Sie den PC nicht aus.“ Danke, Microsoft. Immerhin sehe ich, dass etwas passiert, nur leider immer im dümmsten Moment. Aber hey: Wenn's läuft, hab ich wenigstens das Gefühl, dass sich wirklich was tut.
Android: Fragmentierung als Hobby
Auf meinem Pixel: Updates schnell da, knackig, oft mit spürbaren Verbesserungen. Genau so will ich das. Auf meinem Galaxy: naja, da dauert's oft ein paar Tage länger. Hersteller basteln ihre eigenen Extras rein, und ich steh' da wie auf heißen Kohlen und refresh ständig die Update-Seite. Für mich Teil des Nerd-Spaßes. Für Normalos vermutlich blanker Horror.
Linux: Updates als Meditation
Bei Linux ist's dann endgültig mein Nerd-Spielplatz: apt update && apt upgrade. Zack, Listen durchlaufen, Pakete werden ausgetauscht, man sieht jede Kleinigkeit. Keine Magie, keine Geheimnisse. Wenn's kracht, weiß man wenigstens warum. Ich liebe das.
Liebe Hersteller, redet Klartext
Was mich wirklich nervt, sind diese generischen Update-Hinweise. „Verbesserungen und Fehlerbehebungen.“ Ja toll, das kann alles heißen. Hat mein Akku-Drain endlich ein Ende? Ist die Kamera-App weniger träge? Oder habt ihr nur irgendwo ein Komma in den Datenschutz-Hinweisen verschoben? Ich bin Nerd. Ich will wissen, was ihr tut. Und zwar im Detail. Ich installiere Updates sofort, weil ich neugierig bin, weil ich Bock auf Neues habe. Aber ich will nicht wie ein dummer User behandelt werden, dem man nur eine Gummiformulierung vorwirft. Transparenz tut niemandem weh.
Wenn Linux-Communities es schaffen, jede kleine Änderung in einem Changelog sichtbar zu machen, dann kann es Apple, Google und Microsoft auch. Stattdessen schieben sie uns dieses „Bugfixes“-Blabla hin, als würden wir eh nicht verstehen, was los ist. Doch, wir verstehen's. Wir wollen's sogar verstehen.
Und mal ehrlich: Wer hat mehr Bock auf Updates? Wir Nerds. Wir sind eure Beta-Tester, eure Multiplikatoren. Wir freuen uns auf neue Features und Verbesserungen. Warum also nicht Klartext reden und uns richtig ins Boot holen?
Solange das nicht passiert, bleibe ich der Typ, der jedes Update sofort klickt und danach trotzdem im Netz wühlt, um irgendwo herauszufinden, was da eigentlich gerade passiert ist.
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