Magenta TV: 324 Millionen Datensätze offen im Netz

Christian Palm • 10.08.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
324 Mio. Magenta-TV-Datensätze waren monatelang öffentlich einsehbar - Telekom sieht keinen Handlungsbedarf für Kunden.
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Über mindestens vier Monate hinweg lagen über 324 Millionen Datensätze von Magenta-TV-Kunden ungeschützt im Netz. Entdeckt hat das Leck das Portal „Cybernews“. Die Daten enthielten laut den Sicherheitsexperten keine Namen oder Zahlungsinformationen, dafür aber eindeutige Internet-Kennungen, Account-Nummern und Hardware-Infos. Mit anderen Worten: nicht gerade harmlos.

Die Telekom bestätigte den Vorfall gegenüber der F.A.Z.: Ein Server eines technischen Dienstleisters sei „frei im Internet erreichbar“ gewesen. Das Unternehmen betont, es habe sich nicht um „sicherheitsrelevante Daten“ gehandelt. Cybernews sieht das weniger entspannt - aus den veröffentlichten Informationen lasse sich durchaus auf konkrete Nutzer schließen, und in manchen Fällen könnte das Tür und Tor für Kontoübernahmen öffnen.

Brisant: Laut Cybernews bestand die Sicherheitslücke vermutlich seit Anfang Februar. Erst nachdem die Rechercheure die Telekom im Juni informierten, wurde der Server abgeschaltet. Damit war das Leck zwar gestopft, doch für Angreifer bestand monatelang die Möglichkeit, sich in aller Ruhe zu bedienen.

Die Telekom bleibt gelassen: Für Kunden seien keine zusätzlichen Maßnahmen nötig. Das mag technisch korrekt sein - beruhigend klingt es nicht unbedingt. Wer sich fragt, ob das eigene Konto betroffen war, muss sich also auf das Prinzip Hoffnung verlassen.

Was bleibt, ist der etwas bittere Beigeschmack, dass in Zeiten von Zero Trust und DSGVO ein offener Server mit Millionen Datensätzen immer noch mehrere Monate unbemerkt online bleiben kann.

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