Disney+ und der Patentstreit: Dolby Vision kehrt langsam zurück

Christian Palm • 12.03.26 - 17:54 Uhr
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Nach dem Patentstreit mit InterDigital bringt Disney+ Dolby Vision und 3D-Inhalte in Europa zurück. Erfahre, warum das Premium-Abo gerade zum Problem wird.
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Wer in den letzten Wochen bei Disney+ den gewohnten Kontrastumfang vermisst hat, bildete sich das nicht ein. Ein handfester Patentstreit mit dem Unternehmen InterDigital hat dafür gesorgt, dass dynamische HDR-Formate wie Dolby Vision und sogar die 3D-Inhalte für die Vision Pro kurzzeitig von der Bildfläche verschwanden. Das Landgericht München hatte hier ein gewichtiges Wort mitgeredet, was Disney zu einer schnellen technischen Vollbremsung zwang.

Inzwischen gibt es Zeichen der Entspannung. Aus Skandinavien erreichen uns Berichte, dass Dolby Vision schrittweise wieder aktiviert wird. Disney selbst hat bestätigt, dass man an der Rückkehr arbeitet. Das Prozedere scheint jedoch in Wellen abzulaufen. Während Nutzer in Dänemark teils schon wieder die volle Pracht genießen, zeigt mein eigener Check am Apple TV 4K in Kombination mit einem LG OLED noch immer nur das statische HDR10 an. Es ist also Geduld gefragt, bis die Server-Updates überall in Europa greifen.

Besonders kurios ist die Lage bei HDR10+. Disney gab zu Protokoll, dass dieses Format zwar technisch bereitstehe, in Europa aber ohnehin nie offiziell eingeführt wurde. Wer also auf dieses spezifische Samsung-Lieblingsformat gehofft hat, wird wohl weiterhin enttäuscht.

Interessant wird es bei der rechtlichen Bewertung für uns Kunden. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen vertritt hier eine klare Meinung: Wer für ein Premium-Abo bezahlt, das explizit mit Dolby Vision und Dolby Atmos wirbt, hat auch einen Anspruch darauf. Wenn die Leistung fehlt - egal ob wegen eines verlorenen Patentstreits oder technischer Fehler - liegt ein Sachmangel vor, so ein Bericht bei teltarif.de.

Falls Du also den vollen Preis für das Premium-Paket gezahlt hast, während Disney nur Sparflamme lieferte, könnte sich ein kurzer Chat mit dem Kundenservice lohnen. Die Verbraucherschützer raten dazu, eine Minderung des Abopreises für den entsprechenden Zeitraum einzufordern. Parallel dazu steht Disney ohnehin wegen der Atmos-Vermarktung in der Kritik, da die versprochene Tonqualität bei weitem nicht für alle Tonspuren zur Verfügung steht. Es bleibt also unruhig im Mäusekonzern, auch wenn die Farben langsam wieder kräftiger werden.

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