Streeck will FSK fürs Smartphone: Social-Media-Funktionen nach Alter gestaffelt

Christian Palm • 08.11.2025
2 Min. Lesezeit • 1 Kommentar
Streeck fordert Altersfreigaben für Social Media - ähnlich der FSK. Er will Algorithmen und Funktionen altersgerecht begrenzen.
Social Media-Apps

Der Suchtbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), will Social Media künftig wie Kinofilme behandeln: mit Altersstufen. Seine Idee: bestimme App-Funktionen oder Inhalte sollen erst ab einem bestimmten Alter freigeschaltet werden. Vorbild ist das FSK-System, das Filme in Deutschland nach Alterseignung kategorisiert.

Streeck sieht in sozialen Netzwerken wie TikTok, Instagram oder Facebook eine „kontinuierliche Konsumspirale“, die durch suchterzeugende Algorithmen angetrieben wird. Diese Mechanismen seien nicht für Kinder gemacht, sondern für maximale Nutzungsdauer - und damit für maximale Aufmerksamkeitsernte. „Kinder brauchen Schutzräume, keine Endlosschleifen“, mahnt er.

Laut Zahlen der DAK-Gesundheit verbringen Kinder und Jugendliche werktags im Schnitt 150 Minuten täglich in sozialen Netzwerken, am Wochenende sogar 224 Minuten. Für Streeck ist nicht nur die Zeit das Problem, sondern die verdrängten Lebensbereiche: Schlaf, Bewegung, Freundschaften, schulische Leistungen.

Ein generelles Social-Media-Verbot lehnt er trotzdem ab. Digitale Medien seien Teil der Lebenswelt Jugendlicher, sagt Streeck, man könne sie nicht einfach ausblenden. Stattdessen setzt er auf Aufklärung, klare Regeln zu Hause und feste handyfreie Zeiten. Auch Eltern sieht er in der Pflicht, ihre Kinder frühzeitig zu begleiten und offene Gespräche zu führen.

Politisch trifft Streecks Vorstoß auf ein wachsendes Bewusstsein in Europa. Die EU-Staaten diskutieren bereits über Altersgrenzen für soziale Netzwerke. Dänemark hat als erstes Land ein Mindestalter von 15 Jahren beschlossen - mit Elternausnahme ab 13. Deutschland ist noch gespalten: SPD und Grüne unterstützen eine Altersregelung, während CSU-Chef Markus Söder meint, ein Verbot mache Plattformen nur „noch interessanter“.

Streeck will also keine digitalen Mauern bauen, sondern Türen mit Schloss und Schlüssel - je nach Alter. Eine FSK fürs Smartphone könnte dabei mehr bewirken als jedes Verbot, sofern sie nicht nur Symbolpolitik bleibt.

Kommentare (1)

Lukas
15.11.2025 - 17:26 Uhr
Ich bin gespannt ...
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