Russland blockiert WhatsApp- und Telegram-Anrufe

Michi Neumann • 15.08.2025
1 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Russland blockiert Sprachfunktionen von WhatsApp und Telegram - wegen mangelnder Kooperation im Kampf gegen Kriminalität.
Social Media-Apps

Die nächste Eskalationsstufe im Dauerstreit zwischen Russland und den US-basierten Messengerdiensten ist erreicht. Roskomnadzor, die russische Medienaufsicht, hat die Sprachfunktionen von WhatsApp und Telegram stark eingeschränkt. Offiziell um “Kriminelle zu bekämpfen”.

Betroffen sind laut Behördenangaben zunächst nur Sprachanrufe. Die Realität sieht anders aus: Nutzer berichten auch von gestörten Videoanrufen und generellen Verbindungsproblemen. Seit dem 11. August funktionieren Anrufe via Telegram kaum noch, WhatsApp-Calls klingen bestenfalls nach blechernem Rauschfilter.

Roskomnadzor nennt Betrug, Erpressung und Terrorismus als Gründe. Messenger wie Telegram und WhatsApp seien laut Polizeiangaben “die Hauptkanäle für kriminelle Aktivitäten” und weigerten sich beharrlich, mit den Behörden zu kooperieren. Deshalb: Funkstille.

Der Staat verlangt von den Anbietern, eigene Niederlassungen in Russland zu eröffnen, lokale Daten zu speichern und auf Zuruf der Behörden zu kooperieren. Erst dann sollen die Einschränkungen aufgehoben werden. Also: Entweder Rückgrat zeigen oder einknicken.

WhatsApp-Betreiber Meta bleibt bislang unbeeindruckt: „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt, und wir werden weiterhin alles tun, um sie weltweit verfügbar zu halten - auch in Russland.“ Telegram hingegen gibt sich kooperativer und betont, man entferne täglich “Millionen von problematischen Inhalten”. Nur reichen dürfte das Moskau kaum.

Russland will die US-Dienste langfristig durch die eigene App „Max“ ersetzen - ein Messenger mit garantiert staatlich abgesegnetem Durchblick.

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