Pixel-Update: Warum dein Google-Phone vor der 80-Prozent-Marke schleicht

Michi Neumann • 12.03.26 - 19:22 Uhr
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Google drosselt mit dem März-Update die Ladegeschwindigkeit der Pixel-Phones kurz vor dem 80-Prozent-Limit. Wir erklären die Hintergründe zum Batteriemanagement.
Google Pixel Android

Man kennt das: Google rollt ein Feature Drop aus, man freut sich auf neue Gemini-Tricks, und am Ende diskutiert die Community über die Ladekurve des Akkus. Seit dem Update im März 2026 verhalten sich Pixel-Smartphones an der Steckdose nämlich merklich anders, wenn man die 80-Prozent-Ladegrenze aktiviert hat. Wer gehofft hat, dass sein Telefon zügig bis zur Zielgeraden durchzieht, wird enttäuscht. Ab etwa 77 Prozent Ladestand tritt das System massiv auf die Bremse.

In der Praxis bedeutet das, dass die Stromzufuhr auf unter ein Watt sinkt. Die letzten drei Prozent bis zum Limit können sich dadurch wie Kaugummi ziehen und bis zu einer Stunde dauern. Was sich im ersten Moment wie ein Bug anfühlt, ist laut Google-Entwicklern volle Absicht. Es geht um die physikalischen Befindlichkeiten von Lithium-Ionen-Akkus. Wenn eine Zelle fast ihre Zielspannung erreicht, bedeutet jedes zusätzliche Watt Stress und Hitze. Indem Google die letzten Meter im Schneckentempo zurücklegt, wird die thermische Belastung minimiert und ein Überschwingen der Spannung verhindert. Man könnte sagen, das Pixel schleicht sich ganz vorsichtig an die 80 Prozent heran, um die Chemie im Inneren nicht zu erschrecken.

Das Problem an dieser gut gemeinten Fürsorge ist der Alltag der Nutzer. Besonders diejenigen, die das sogenannte Bypass Charging schätzen, schauen nun in die Röhre. Eigentlich sollte das Smartphone am Netzteil ab Erreichen des Limits den Akku komplett umgehen und den Strom direkt für den Betrieb nutzen - ideal für Gaming oder Videocalls, um Hitze zu vermeiden. Da das Gerät nun aber ewig bei 77 oder 78 Prozent verharrt, weil der gedrosselte Ladestrom kaum gegen den aktiven Verbrauch ankommt, wird dieser Bypass-Modus oft gar nicht erst ausgelöst. Das Gerät lädt und entlädt sich in einer Art energetischem Fegefeuer.

Wer dieses neue Verhalten umgehen will, hat derzeit nur eine Option: Die Ladebegrenzung in den Einstellungen komplett abzuschalten. Dann zieht das Pixel wieder gewohnt linear durch, allerdings auf Kosten der langfristigen Akkugesundheit. Es ist mal wieder die klassische Google-Erfahrung: Technisch ist die Entscheidung absolut sinnvoll und wissenschaftlich fundiert, aber in der Bedienung wirkt es bevormundend und unfertig. Ein einfacher Schalter, um diese "Sicherheits-Drossel" manuell zu übergehen, wäre die elegantere Lösung gewesen. Bis ein entsprechender Patch kommt, hilft beim Laden nur eines: Sehr viel Geduld oder ein mutiger Klick in die Akku-Optionen.

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