Neato Robotics verabschiedet sich endgültig - und nimmt die smarten Funktionen seiner Saugroboter gleich mit. Der Cloud-Server, über den die App gesteuert wurde, wird noch in diesem Jahr abgeschaltet - drei Jahre früher als ursprünglich versprochen. Damit verlieren alle betroffenen Geräte ihre Online-Funktionen und werden auf Handbetrieb degradiert. Startknopf drücken, los geht's - ganz wie früher.
Das Versprechen war klar: Nach dem Aus des Unternehmens 2023 wollte Mutterkonzern Vorwerk die Cloud bis 2028 am Leben halten. Nun heißt es, „veränderte Sicherheitsstandards und regulatorische Anforderungen“ ließen den Betrieb nicht länger zu. Übersetzt: Der Aufwand war zu teuer. Das Ergebnis ist ein weiteres Kapitel im wachsenden Archiv „Wenn smarte Produkte dumm sterben“.
Das Phänomen ist bekannt. Schon 2023 sorgte der Bankrott des E-Bike-Herstellers VanMoof für Schlagzeilen - die digitalen Schlösser der Räder funktionierten nur mit Serververbindung. Kein Server, kein Code, kein Entriegeln. Damals rettete ein Drittanbieter die Situation. Bei Neato sieht es weniger rosig aus: Ohne Cloud kein App-Zugang, keine Raumwahl, keine Zeitpläne.
Wer jetzt genervt auf den Startknopf drückt, darf sich zumindest an eine alte Regel erinnert fühlen: Smarte Geräte sind nur so klug wie die Infrastruktur dahinter. Und die verschwindet oft schneller, als man „Firmware-Update“ sagen kann.
Die moralische Fußnote: Wer künftig auf Smart-Home-Hardware setzt, sollte auf offene Standards wie HomeKit oder Matter achten. Sie garantieren zwar keine Unsterblichkeit, aber wenigstens eine gewisse digitale Grundversorgung - auch dann, wenn der Hersteller aufgibt.
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Ascendor
27.10.2025 - 22:56 Uhr