Matter 1.6 vereinfacht die Smart-Home-Einrichtung und verbessert die Vernetzung

Christian Palm • 18.06.26 - 07:17 Uhr
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Das Smart-Home-Update Matter 1.6 bringt die Einrichtung per NFC ohne Strom, ein gemeinsames Netzwerk für alle Systeme und intelligentere Thermostate.
Smart Home Beleuchtung

Der herstellerübergreifende Smart-Home-Standard Matter geht in die nächste Runde. Mit der Version 1.6 löst die Connectivity Standards Alliance (CSA) einige der größten Reibungspunkte, die Nutzer und Entwickler bisher bei der Einrichtung und dem parallelen Betrieb verschiedener Systeme wie Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa hatten. Das Update konzentriert sich vor allem auf eine schnellere Kopplung und eine bessere Absprache zwischen konkurrierenden Smart-Home-Plattformen.

Komplette Einrichtung per NFC ganz ohne Strom

Die auffälligste Neuerung betrifft die Art und Weise, wie neue Geräte in das bestehende Heimnetzwerk integriert werden. Bisher diente NFC lediglich als erster Anstoß, um den eigentlichen Kopplungsprozess danach über Bluetooth Low Energy (BLE) abzuwickeln. Das war fehleranfällig und setzte voraus, dass das neue Gadget bereits eingeschaltet ist.

Mit Matter 1.6 läuft die gesamte Kommunikation bidirektional direkt über NFC. Das bedeutet, dass ein Gerät komplett eingerichtet werden kann, noch bevor es überhaupt mit Strom versorgt wird. Smarte Unterputzschalter oder Glühbirnen lassen sich so bereits mit dem Smartphone konfigurieren und dem passenden Raum zuweisen, während sie noch in der Verpackung liegen oder auf den Einbau durch den Elektriker warten.

Joint Fabric beendet das Chaos bei mehreren Plattformen

In Haushalten, in denen verschiedene Familienmitglieder unterschiedliche Systeme nutzen - beispielsweise iPhones mit Apple Home und Android-Geräte mit Google Home -, war die Verwaltung von Matter-Geräten bisher umständlich. Jedes Ökosystem baute ein eigenes, separates Netzwerk auf. Ein neues Gerät musste für jede Plattform einzeln freigegeben und neu eingerichtet werden.

Hier setzt die Funktion „Joint Fabric“ an. Matter 1.6 schafft ein einziges, standardisiertes Netzwerk, auf das alle installierten Smart-Home-Systeme gemeinsam zugreifen. Wird eine neue smarte Steckdose einmal im Haus angemeldet, taucht sie automatisch und ohne zusätzliche Schritte in allen verknüpften Apps von Apple, Google, Samsung oder Amazon auf.

Thermostate verstehen den Kontext von Befehlen

Ein weiteres praxisnahes Update betrifft die Klimasteuerung. Bisher führten smarte Thermostate eingehende Befehle blind aus, was oft zu Konflikten mit automatischen Zeitplänen führte. Wenn ein Nutzer die Heizung manuell höher drehte, überschrieb die nächste geplante Automation diesen Wunsch oft wenige Minuten später, obwohl das vom Nutzer nicht gewollt war.

Die neuen „Thermostat Suggestions“ verleihen der Kommunikation mehr Kontext. Das Thermostat erkennt nun, wenn ein automatischer Befehl der kurz zuvor getätigten manuellen Änderung widerspricht, und kann diesen ignorieren. Zudem meldet das Gerät den Systemen den genauen Grund zurück, warum eine Automation blockiert wurde.

Zusätzlich bringt das Update standardisierte Ereignisprotokolle für Sicherheits- und Bewegungssensoren sowie verfeinerte Statusmeldungen für Rauch- und Kohlenmonoxidmelder. Die Spezifikationen von Matter 1.6 stehen Hardware-Herstellern ab sofort zur Verfügung. Bis die Funktionen im Alltag nutzbar sind, müssen die großen Plattformbetreiber ihre Apps und Zentralen entsprechend aktualisieren.

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