Matter 1.5: Die Überwachungskamera ist da, dazu Tore, Jalousien und Stromtarife

Christian Palm • 20.11.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Matter 1.5 ist da und bringt die lang erwartete Unterstützung für Smart-Kameras. Zudem werden Tore, Jalousien, Bodensensoren und erweitertes Energiemanagement standardisiert.
Smart Home Beleuchtung

Matter 1.5 ist da, und die wohl am sehnlichsten erwartete Geräteklasse erhält endlich Einzug: Smart-Kameras. Das ist insofern relevant, als dass die proprietären Hürden, die etwa Apple Home (einst HomeKit) bisher hochhielt, nun endgültig fallen. Jedes Matter-kompatible Gerät dockt ohne den früheren Zirkus von spezifischen Standards und Abnahmen automatisch bei Apple Home, Google Home, Alexa und Samsung SmartThings an. Seit Anfang des Jahres erhalten alle Matter-Geräte das „Works With Apple Home“-Siegel ohnehin im Durchlaufverfahren. Man könnte sagen: Das Versprechen der branchenübergreifenden Einfachheit wird hier, wenn auch langsam, eingelöst.

Die Kameraschnittstelle in Matter 1.5 setzt auf etablierte WebRTC-Technologie für Live-Video- und Audio-Streaming, was Zwei-Wege-Kommunikation sowie lokalen und Remote-Zugriff über gängige STUN- und TURN-Protokolle ermöglicht. Für Entwickler bedeutet das, dass sie endlich keine eigenen, komplizierten APIs mehr schnitzen müssen. Dazu kommen Unterstützungen für Multi-Stream-Konfigurationen, Schwenk-, Neige- und Zoom-Steuerung (PTZ), Erkennungs- und Privatzonen sowie flexible Speicheroptionen. Die Kamera-Hersteller dürfen sich freuen, dass sie nun ihre Entwicklungshölle zugunsten eines Standards verlassen können.

Doch Matter 1.5 hat mehr als nur ein Auge für Überwachung. Die breite Kategorie „Schließsysteme“ bekommt ebenfalls ein standardisiertes Korsett verpasst. Dazu zählen Jalousien, Markisen, Garagentore und andere Tore. Der modulare Aufbau soll es Herstellern erleichtern, unterschiedliche Bewegungstypen (Schieben, Drehen) mit wenigen Bausteinen abzubilden. Man stelle sich vor, ein Garagentor öffnet sich künftig, ohne dass man sich vorher die Hände an einer herstellerspezifischen App schmutzig machen muss - ein echter Fortschritt für die moderne Zivilisation.

Für alle, die ihren grünen Daumen digital überwachen wollen: Bodensensoren sind ebenfalls dabei. Sie messen Feuchtigkeit und optional Temperatur, was in Kombination mit Matter-basierten Bewässerungssystemen endlich eine intelligente und wasser sparende Automatisierung erlaubt. Es scheint, als ob selbst der Garten nun einen standardisierten Tech-Eingriff vertragen kann.

Zum Schluss der wichtigste Punkt für alle, die ihren Stromzähler nicht ignorieren können: Erweitertes Energiemanagement. Ein neuer Gerätetyp erlaubt es, Echtzeit- und Prognosedaten zu Preisen, Tarifen und CO₂-Daten von Versorgern zu teilen. Smart-Devices können so ihre wahren Kosten und ihren CO₂-Fußabdruck melden oder sich automatisch an die günstigsten oder grünsten Betriebszeiten anpassen. Endlich können auch die smarten Gadgets lernen, wann sie besser den Mund halten, um die Stromrechnung nicht explodieren zu lassen. Wie immer bei Matter: Bis zur breiten Verfügbarkeit der neuen Funktionen in Konsumentenprodukten wird noch etwas Zeit vergehen. Aber die Richtung stimmt.

Kommentare (0)

Antwort auf:
Kommentar schreiben
CAPTCHA
Hinweis: Dein eingegebener Name und der Kommentartext werden zur Veröffentlichung gespeichert. Weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung.