Amazons Echo-Show-Modelle galten lange als clevere Weiterentwicklung der klassischen Echo-Lautsprecher: Ein smarter Bildschirm für den Wetterbericht, Kalender, Einkaufslisten oder den schnellen Blick auf Familienfotos. Doch das Nutzungserlebnis hat sich merklich verändert - und für viele Nutzer eher verschlechtert.
Seit einiger Zeit zeigt Amazon auf den Startbildschirmen seiner Echo-Show-Geräte deutlich mehr Werbung. „Produktempfehlungen“, Hinweise auf Streaming-Inhalte oder andere „Gesponsert“-Markierungen tauchen unten im Display auf. Einmal wegwischen? Klar, das geht. Dauerhaft abschalten? Fehlanzeige. Amazon selbst schreibt dazu nüchtern in seiner Hilfe: „Du kannst diese Anzeigen nicht ausschalten, aber eine Anzeige überspringen.“
Für viele Nutzer ist das eine bittere Pille. Denn anders als beim Fire-TV-Stick, wo Werbung schon lange allgegenwärtig ist, war der Echo Show ursprünglich als smarter Helfer im Alltag gedacht, nicht als Werbetafel auf dem Küchentresen. Die Anzeigenstrategie wird dabei nicht einmal subtil verpackt. Sie ist Amazon-typisch klar: billige oder rabattierte Hardware refinanziert sich über Werbung.
Kreative Nutzer haben schon Workarounds gefunden. Die Systemsprache auf „Englisch (Kanada)“ umstellen? Klappt oft, schaltet die Werbung ab, aber eben auch auf Kosten von Spracheinstellungen und Lokalisierung. Ein Kinderprofil aktivieren oder den Nachtmodus dauerhaft einschalten reduziert die Werbung ebenfalls, blockiert aber viele andere Funktionen. Wer Anzeigen wirklich loswerden will, zahlt also mit Komfortverlust.
Während sich manche Nutzer damit arrangieren, wächst bei anderen die Frustration. Vor allem, weil Amazon das Modell nicht transparent als werbefinanziert vermarktet, sondern die Werbung als „Empfehlungen“ verkauft. Klar: Wer ein subventioniertes Gerät kauft, darf Werbung erwarten. Aber wer einen smarten Assistenten für den Alltag will, ist vielleicht nicht bereit, ihn dauerhaft als Werbefläche herzugeben.
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