Nicht der Chip ist schuld - beim Girocard-Betrug versagen wir selbst

Michi Neumann • 29.05.25 - 16:27 Uhr
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Girocard-Betrug 2024: Die Technik ist sicher, doch der Mensch bleibt das größte Sicherheitsrisiko. Warum PIN-Nachlässigkeit teuer wird.
Geldautomat

Die gute Nachricht zuerst: Skimming ist praktisch tot. Manipulierte Geldautomaten? Gibt's in Deutschland laut Euro Kartensysteme derzeit nicht mehr. Die Zeiten, in denen Betrüger mit Magnetstreifendaten auf Weltreise gingen, sind vorbei. Die EMV-Technik mit Chip und Echtzeitprüfung hat's erledigt - ein Haken weniger.

Doch das Sicherheitsproblem bleibt - nur sitzt es meist direkt vor der Tastatur. Oder besser: vorm Geldbeutel. Der Schaden durch gestohlene Girocards in Kombination mit der zugehörigen PIN ist laut Euro Kartensysteme nach wie vor erschreckend hoch. Und das, obwohl die Technik inzwischen fast narrensicher ist. Das Einfallstor? Menschen, die Karte und Geheimnummer im selben Portemonnaie aufbewahren. Oder sich von Kriminellen an der Supermarktkasse heimlich beim Eintippen beobachten lassen.

Selbst kontaktlose Zahlungen ohne PIN werden von Betrügern inzwischen „professionell“ genutzt - etwa durch kurze Diebstahltouren, bei denen mit der Beute kleine Beträge schnell abgebucht werden, bevor die Karte gesperrt ist.

Dass fast 93 Prozent der Schäden mit Karte plus PIN passieren, sagt eigentlich alles. Es ist ein Lehrstück in Sachen „Technik schützt nicht vor Bequemlichkeit“. Oder Dummheit.

Die Branche weiß das natürlich. Noch mehr Aufklärung soll's richten. Aber mal ehrlich: Wer 2024 seine PIN auf einen Zettel schreibt und diesen zur Karte steckt, hat den Sicherheitsgurt halt immer noch im Handschuhfach.

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