Google Play: 239 Malware-Apps später - Alles sicher hier!

Christian Palm • 07.11.2025
2 Min. Lesezeit • 1 Kommentar
239 Malware-Apps im Google Play Store mit 42 Mio. Downloads - während Google Sideloading erschwert. Sicherheit oder Kontrolle?
Android

Der Google Play Store gilt offiziell als „sicherster Ort für Android-Apps“. Inoffiziell scheint er neuerdings als Zwischenlager für Malware zu fungieren. Laut einem Bericht von Zscaler ThreatLabz (via Bleeping Computer) waren dort zwischen Juni 2024 und Mai 2025 ganze 239 bösartige Apps verfügbar - mit über 42 Millionen Downloads.

Zscaler analysierte Telemetriedaten und stellte fest, dass Android-Malware im Vergleich zum Vorjahr um satte 67 % zugenommen hat. Besonders beliebt bei Angreifern: harmlose „Tools“ und „Produktivitäts“-Apps, hinter denen sich Banking-Trojaner, Spyware und Phishing-Schadcode versteckten. Der Trend geht laut Bericht klar in Richtung mobile Zahlungssysteme - klassische Kreditkartenbetrugsmaschen sind scheinbar passé.

Die Länder mit den meisten Infektionen: Indien (26 %), USA (15 %), Kanada (14 %), Mexiko (5 %) und Südafrika (4 %). Besonders aktiv: der Android Void-Malware-Stamm, der über 1,6 Millionen Android-TV-Boxen infizierte, vor allem in Indien und Brasilien. Und dann wäre da noch der Remote Access Trojan „Xnotice“, der gezielt Jobsuchende in der Öl- und Gasindustrie im Nahen Osten und Nordafrika angriff.

Insgesamt dominierte Adware mit 69 % aller Fälle, während die bekannte Joker-Malware auf 23 % fiel - immerhin ein Rückgang, wenn man so will.

Googles Reaktion? Eine neue Regelung, die Entwickler zwingt, sich künftig mit amtlichem Ausweis und persönlicher Identität bei der Android Developer Console zu registrieren - egal, ob sie ihre Apps über den Play Store oder andere Plattformen vertreiben. Wer nicht mitmacht, darf keine Apps mehr verteilen. Das klingt weniger nach „Sicherheit“, mehr nach Sideloading-Verbot durch die Hintertür.

Google argumentiert, dass Apps außerhalb des Play Stores „50-mal häufiger Malware enthalten“. Nur: Belege dafür? Fehlanzeige. Selbst F-Droid, die bekannteste Plattform für freie Android-Software, wirft Google reine Kontrolle vor. Und dann zeigt dieser Bericht: Der angeblich sichere Hafen Play Store beherbergte 239 verseuchte Apps.

Sicher ist hier höchstens das Chaos.

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