Cyber-Krieg der Zahlen: Bundesbank wehrt ab, Berlin droht mit "Hackbacks"

Christian Palm • 24.01.2026
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Die Deutsche Bundesbank wehrt täglich Milliarden Cyberangriffe ab. Gleichzeitig kündigt Bundesinnenminister Dobrindt entschlossene Gegenmaßnahmen - auch im Ausland - an.
Hacker MacBook

Die Deutsche Bundesbank ist täglich das Ziel unzähliger digitaler Angriffe. Präsident Joachim Nagel sprach jüngst von Zahlen, die selbst uns Tech-Enthusiasten kurz schlucken lassen: Über 5.000 Hackerangriffe pro Minute. Hochgerechnet sind das zweieinhalb Milliarden Cyberattacken jährlich auf die IT-Systeme der Bundesbank. Wenn du bedenkst, welche kritische Infrastruktur hier betroffen ist, wird die Dimension schnell klar.

Natürlich sitzt man dort nicht tatenlos herum. Nagel betont, dass die IT-Abwehr massiv hochgefahren wurde und die Systeme nun so "sicher wie möglich" seien. Die allermeisten Angriffe prallen demnach an den Firewalls ab. Eine gute Nachricht, klar. Doch es ist ein Dauerkampf, ein ständiger Wettlauf, denn die Gegenseite, die professionellen Hacker, entwickeln ihre Methoden unermüdlich weiter. Sie schlafen bekanntlich nicht.

Parallel dazu kommt aus Berlin eine unmissverständliche Ansage von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Er macht klar, dass viele dieser Attacken auf staatliche Institutionen nicht das Werk einzelner Krimineller sind, sondern oft von ausländischen Geheimdiensten orchestriert und finanziert werden. Das sei "nicht hinzunehmen", so der Minister im Interview.

Dobrindt kündigt an, dass Deutschland konsequenter gegen solche Bedrohungen vorgehen will. Seine Worte: "Wir werden zurückschlagen, auch im Ausland." Gemeint sind sogenannte Hackbacks - digitale Gegenangriffe. Eine Idee, die nicht neu ist, aber in Deutschland juristisch ein Minenfeld darstellt. Aktuell ist die Rechtslage umstritten. Um dem Bundeskriminalamt hier mehr Handlungsspielraum zu geben, müsste das Grundgesetz geändert werden. Denn die Gefahrenabwehr fällt hierzulande primär in die Zuständigkeit der Länder.

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