Strengere Regeln für Buy Now, Pay Later: EU zieht die Kreditleine an

Christian Palm • 02.11.2025 · 2 Min. Lesezeit
Neue EU-Regeln für „Buy Now, Pay Later“: Ab 20. November gilt Kreditprüfung auch unter 200 Euro - pünktlich zum Black Friday.
kleiner Spielzeugladen mit grünem Hintergrund

Pünktlich vor dem Shopping-Marathon am Black Friday am 28. November tritt eine neue EU-Richtlinie in Kraft, die das bequeme „Buy Now, Pay Later“-Prinzip (BNPL) deutlich strenger reguliert. Ab dem 20. November müssen Anbieter wie Klarna, PayPal und Co. auch bei Minikrediten unter 200 Euro eine Kreditwürdigkeitsprüfung durchführen. Wer also beim Black-Friday-Schnäppchen spontan zur Ratenzahlung greift, könnte künftig erst einmal durchleuchtet werden.

Hintergrund ist die EU-Verbraucherkreditrichtlinie, die bereits seit Oktober 2023 gilt und nun umgesetzt wird. Sie soll verhindern, dass Verbraucher, vor allem mit geringerem Einkommen, in eine Schuldenfalle geraten. Denn die scheinbar harmlose Option, „später zu zahlen“, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem milliardenschweren Markt entwickelt - mit einer Zielgruppe, die oft nicht merkt, wie schnell sich kleine Raten zu großen Summen addieren.

Auch bei der Transparenz müssen Anbieter künftig nachbessern. Kunden sollen klar erkennen können, welche Kosten entstehen und wie die Rückzahlung abläuft. Damit wird BNPL stärker an klassische Kreditstandards angepasst - was einerseits den Verbraucherschutz stärkt, andererseits den spontanen Online-Kauf etwas bürokratischer macht.

Für die Anbieter selbst bedeutet das mehr Aufwand und potenziell weniger Umsatz, denn jeder zusätzliche Klick oder Prüfprozess kann Kunden kosten. Dennoch dürfte die Regulierung überfällig sein: BNPL ist längst kein „Nischenprodukt“ mehr, sondern ein Kreditinstrument im Massenmarkt. Und wenn Kredite vergeben werden, egal ob für 50 oder 500 Euro, will die EU mitreden - bevor das Konto rot statt rosa ist.

Wie praktikabel die neuen Regeln im Alltag sind, wird sich im Weihnachtsgeschäft zeigen. Ein Reality-Check zwischen Rabattfieber und Regulierung ist also garantiert.

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