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eBay führt Livestream-Shopping ein: Die Auktion als Event

eBay startet in Deutschland "eBay Live" - Livestream-Shopping mit Auktionen in Echtzeit. Ein Versuch, das Kerngeschäft mit neuen interaktiven Formaten zu beleben.

Bildquelle: Brett Jordan | unsplash

2 Min. Lesezeit

eBay rollt in Deutschland "eBay Live" aus und holt damit das Konzept des interaktiven Livestream-Shoppings auf den hiesigen Marktplatz. Wer dachte, die Ära der Teleshopping-Events sei endgültig vorbei, wird nun in digitaler Form eines Besseren belehrt - oder zumindest daran erinnert, dass manche Trends eine erstaunliche Halbwertszeit besitzen.

Das Format kombiniert klassische Produktpräsentationen und Auktionen in Echtzeit. Nutzer können über die App an den Streams teilnehmen, Artikel begutachten, Fragen stellen und dann entweder direkt auf den "Sofort-Kaufen"-Button drücken oder eben bieten, ganz wie in alten Zeiten, nur eben unter den wachsamen Augen der Live-Community. Technisch orientiert sich eBay dabei an den etablierten Versionen aus den USA und Großbritannien, wo man anscheinend schon fleißig die Learnings gesammelt hat.

Dieser Schwenk kommt nicht zufällig. Das einstige Kerngeschäft - der Tauschhandel mit Omas Porzellan und der fast kaputten Konsole - hat auf der Hauptplattform merklich an Relevanz verloren. Viele der ursprünglichen Aktivitäten sind längst zu Kleinanzeigen abgewandert. Nun muss eBay kreative Wege finden, um die Kunden zurück auf die eigene Seite zu locken. Livestreaming, so die Hoffnung, soll hier die nötige Aufmerksamkeit und vielleicht ein bisschen das Gefühl der guten alten Markt-Gemeinschaft zurückbringen.

Der offizielle Startschuss fällt am 29. November 2025 auf der Comic Con Stuttgart, wo das Unternehmen gleich mehrere Streams ausrichtet. Mit dabei ist zum Beispiel Crocus Cards, ein Fachhändler für Sammelkarten. Es ist kein Geheimnis, dass die Kategorien Sammeln und Seltenes sowie Kleidung und Accessoires die natürlichen Spielwiesen für derartige Live-Formate sind. Hier können Händler Produkte im Detail zeigen, die "Transparenz schaffen und Nähe vermitteln" sollen, wie eBay betont. Man könnte es auch nüchterner sehen: Es schafft eine künstliche Knappheit und erhöht den impulsiven Kaufdruck.

Für Händler ist es eine direkte Bühne, um Produkte zu inszenieren und unmittelbares Feedback einzuholen. Für die Nutzer bedeutet es, dass man jetzt beim Scrollen auch noch Kaufentscheidungen unter Zeitdruck treffen kann. Ob diese Interaktion über die eingefleischten Sammler- und Mode-Communitys hinaus auf die breite Masse übergreift, wird die Zeit zeigen.

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