Apple Pay, kontaktlos bezahlen

Die Klarna-App wird zum NFC-Terminal: Tap to Pay startet und greift Wallets an

Klarna führt Tap to Pay in 14 Ländern ein. Das mobile Bezahlsystem integriert Zahlungspläne direkt in die App und konkurriert so mit Apple und Google Pay.

Bildquelle: Christiann Koepke | unsplash

2 Min. Lesezeit

Klarna hat Tap to Pay in 14 europäischen Märkten, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz, ausgerollt. Das Ziel ist klar: Die Bequemlichkeit des Online-Shoppings soll über die NFC-Schnittstelle in den stationären Handel gebracht werden. Mit der Klarna-App auf Android und iOS wird das mobile Endgerät zum kontaktlosen Zahlungsterminal. Man könnte es auch als den Versuch bezeichnen, das "Buy Now, Pay Later"-Prinzip (BNPL) so tief in den Alltag zu integrieren, dass selbst der Gang zum Bäcker zur Finanzierungsentscheidung werden könnte.

Der entscheidende Unterschied zu etablierten Wallets wie Apple Pay oder Google Pay liegt in der nahtlosen Integration von Kreditfunktionen. Während Apple und Google Pay neutrale Transportschichten für die Daten einer hinterlegten Karte sind, macht Klarna die eigene App zum integrierten Finanztool. Nutzer können direkt beim Bezahlvorgang im Geschäft einen Klarna-Zahlungsplan einrichten und diesen per NFC begleichen - alles innerhalb der Klarna-App und ohne nervigen App-Wechsel. Klarna deklariert die App damit forsch zum „Alltags-Wallet“, was man wohl als einen charmanten Versuch der Marken-Überhöhung verbuchen darf. Die technische Abwicklung an der Kasse erfolgt freilich nach den bewährten NFC-Standards.

Technisch basiert Tap to Pay auf der hauseigenen „Debit-first“-Klarna-Card, die laut Anbieter bereits über 4 Millionen Nutzer zählt. Die Karte funktioniert primär als Debitkarte, bietet aber die Option, bei Bedarf die Kreditfunktion direkt in der App zu aktivieren. Hier manifestiert sich der Kernvorteil: Klarna liefert nicht nur die Zahlungsdaten, sondern auch die Finanzierungsentscheidung in einem Zug. Bei Apple oder Google Pay hingegen müssten die Kreditkonditionen bereits von der hinterlegten Bank oder dem Kreditkartenanbieter stammen und Klarna könnte höchstens als in Apple Pay integrierte Option erscheinen. Klarnas direkter Weg ist der kürzere und zielgerichtete Pfad für BNPL-Enthusiasten.

Die Akzeptanz über das Visa Flexible Credential soll weltweit an über 150 Millionen Standorten gesichert sein. Neben den DACH-Ländern ist Tap to Pay unter anderem auch in Italien, Spanien und Frankreich verfügbar. Die Unterstützung für die klassische Klarna-Kreditkarte wird laut Unternehmensangaben zeitnah nachgereicht. Man darf gespannt sein, ob die Einfachheit des Ratenkaufs die Gewohnheit des schnellen, neutralen Bezahlens über Apple/Google Pay brechen kann.

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