Die Black-Friday-Euphorie ist verflogen, die Kassen der Online-Händler klingeln nicht mehr ganz so laut - jetzt kommt die Phase, in der andere ins Schwitzen geraten. Genauer gesagt: die Paketdienstleister. Die Deutsche Post DHL Group hat gerade vermeldet, dass die Paketmengen nach dem größten Shopping-Wochenende des Jahres neue Rekordwerte erreichen. Man könnte fast Mitleid bekommen.
Am Dienstag hat die Zahl der an einem einzigen Tag sortierten Sendungen in Deutschland die Marke von 12,4 Millionen Paketen geknackt. Das ist neuer Höchstwert und fast doppelt so viel, wie an einem gewöhnlichen Tag durch die Verteilzentren geschleust wird. Normalerweise sind es mickrige 6,7 Millionen. Es ist die erwartbare Konsequenz, wenn Rabattstrategen und Konsumwillige aufeinandertreffen: Du klickst, DHL schleppt. Das Unternehmen rechnet damit, dass die aktuelle erste Dezemberwoche die mengenstärkste des gesamten Jahres wird. Ein Hoch auf die Effizienz des Online-Handels, dessen Peak-Saisons scheinbar keine Obergrenze mehr kennen. Man fragt sich, ob die Sortiermaschinen innerlich schon aufgeben.
Wo Licht ist, gibt es bekanntlich Schatten - oder in diesem Fall: Phishing-Angreifer. Die Hochsaison der Pakete ist traditionell auch die Hochsaison der Betrüger, die sich als Paketdienstleister ausgeben. Mit täuschend echt nachgebauten Benachrichtigungs-E-Mails versuchen sie, Empfängern angebliche Nachzahlungen oder die Eingabe von Kreditkartendaten abzuluchsen. Ihre Strategie ist simpel, aber effektiv: In diesen Tagen erwartet schließlich jeder irgendwie ein Paket. Eine hervorragende Mischung aus Erwartungsdruck und leichter Verwirrung beim Empfänger. Hier zeigt sich die digitale Faustregel: Je mehr Traffic, desto mehr digitale Geier. Bleib wachsam, bevor du aus lauter Ungeduld deine Kreditkarte zückst. Die echten Nachzahlungen sind meist überschaubarer und kommen per Brief.
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