Amazon steht vor einer weiteren großen Entlassungsrunde. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters sollen bis zu 30.000 Stellen gestrichen werden - betroffen sind vor allem Personalabteilungen, Betrieb, Gerätesparte und Teile des Cloudgeschäfts. Der Konzern selbst bestätigt die Zahl in dieser Form nicht, spricht aber von 14.000 Arbeitsplätzen, die im Zuge interner Umstrukturierungen „weltweit reduziert“ werden sollen.
Hintergrund ist eine bereits vor längerem gestartete Initiative, mit der Amazon seine Strukturen verschlanken und Entscheidungswege verkürzen will. Laut Management soll das mehr Eigenverantwortung in den Teams schaffen und Bürokratie abbauen. Übersetzt heißt das: weniger Hierarchie, weniger Verwaltung - und weniger Menschen.
Trotz stabiler Geschäftszahlen sieht Amazon die Kürzungen als strategischen Schritt. Der Konzern will flexibler auf Marktveränderungen reagieren und stärker auf Künstliche Intelligenz setzen. KI gilt intern längst nicht mehr nur als Werkzeug, sondern als Effizienzhebel, der Prozesse automatisieren und ganze Aufgabenbereiche ersetzen kann. Reuters nennt diesen technologischen Wandel als einen der Hauptgründe für den Stellenabbau.
Konzernchef Andy Jassy betont, man wolle bestehende Bürokratien abbauen. Dazu hat er unter anderem eine interne Feedbackplattform eingeführt, die Abläufe vereinfachen soll - vermutlich auch, um den Unmut über die anhaltenden Umstrukturierungen etwas abzufedern. Parallel treibt Amazon die Rückkehr ins Büro weiter voran. Wer dieser Pflicht dauerhaft nicht nachkommt, gilt formal als freiwillig ausgeschieden. Eine elegante Methode, um Personalzahlen zu senken, ohne hohe Abfindungen zahlen zu müssen.
Während Tausende Jobs gestrichen werden, stockt Amazon in der Logistik pünktlich zur Weihnachtssaison dennoch auf: 250.000 befristete Arbeitskräfte sollen den Versandbetrieb entlasten. Die neuen Quartalszahlen werden am Donnerstag erwartet - und dürften zeigen, ob der Konzern den Spagat zwischen Effizienz und Image noch beherrscht.
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