Es ist offiziell: Apple und Google legen ihre ewige System-Fehde beiseite, zumindest wenn es um deinen Umzug geht. Die Tech-Giganten haben eine neue Kooperation verkündet, die den Wechsel zwischen Android und iPhone in beide Richtungen signifikant vereinfachen soll. Datenmigration, die bisher oft einem mittelalterlichen Akt der Folianten-Übertragung ähnelte, wird damit endlich salonfähig.
Konkret geht es um neue, native Funktionen, die den Datenumzug direkt im Einrichtungsprozess des neuen Geräts erlauben. Statt der bisherigen, gelinde gesagt, "limitierenden" Lösungen versprechen die Unternehmen eine drahtlose Übertragung von Kontakten, Kalendern, Nachrichten, Fotos, Dokumenten, WLAN-Zugangsdaten, Passwörtern und sogar Daten von Drittanbieter-Apps. Man könnte fast meinen, es sei 2025 und nicht mehr die Steinzeit des Plattform-Wechsels.
Die Europäische Kommission hat bereits die Sektkorken knallen lassen - zumindest verbal. Eine Sprecherin der EU-Kommission beeilt sich festzustellen, dass diese Kooperation ein "Beispiel dafür ist, wie der Digital Markets Act (DMA) Vorteile für Nutzer und Entwickler bringt." Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass zwei der größten Tech-Konzerne der Welt erst einen Wink mit dem regulatorischen Zaunpfahl brauchten, um ihren Nutzern das Leben zu erleichtern. Die Kommission betont, die Funktion sei das direkte Resultat der DMA-Forderung nach effektiver Datenportabilität.
Interessanterweise wird diese neue Funktion nicht nur im Segen der EU-Bürokratie verfügbar sein, sondern weltweit ausgerollt. Es ist, als hätten Apple und Google bemerkt, dass es auch außerhalb Europas Menschen gibt, die ihre Daten gerne einfach mitnehmen würden. Eine ähnliche, DMA-getriebene Zusammenarbeit führte bereits im Oktober zur vereinfachten eSIM-Übertragung.
Die neuen Switching-Features sind bereits in einem Android Canary Build für Pixel-Geräte gesichtet worden und sollen in einer kommenden iOS 26 Developer Beta integriert werden. Die Kommission sieht darin auch einen Vorteil für App-Entwickler, da diese "Nutzer leichter halten können, wenn sie von einem iPhone auf ein Android-Gerät und umgekehrt wechseln." Die stillschweigende Prämisse: Wenn der Umzug von App-Daten klappt, ist der Absprung weniger schmerzhaft.
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