Mehr Strom, weniger Stolpern: Der Ladebordstein kommt
Rheinmetall testet Ladebordsteine in Köln - mit über 2.800 Ladevorgängen und 99 % Verfügbarkeit. Jetzt folgt der Serienstart.
Bildquelle: Charles Kitenge | unsplash
2 Min. Lesezeit
Was aussieht wie ein ganz normaler Bordstein, kann in Wahrheit dein Auto laden: Rheinmetall (sonst eher bekannt für robuste Militärtechnik) bringt nun auch Strom unter die Straße. Das Pilotprojekt in Köln ist beendet, die Fallstudie liegt vor, und das Urteil fällt erstaunlich positiv aus: 2.800 Ladevorgänge bei vier Ladepunkten in zwölf Monaten, eine Verfügbarkeit von über 99 Prozent und eine Nutzerzufriedenheit, die selbst ältere Semester begeistert.
Die Technik steckt im Detail: Statt Ladesäule gibt's Ladeelektronik im Bordsteinmaß, inklusive LED-Beleuchtung und optimierter Schmutzableitung. Vorteil: kein Platzverbrauch auf dem Gehweg, keine Stolperfallen, kein Vandalismus. Rheinmetall spricht von einem serienreifen Produkt - und hat mit der Stadt Köln, der TankE GmbH und 100 befragten Nutzerinnen und Nutzern ein solides Argumentationspaket geschnürt.
Besonders geschätzt wurden die einfache Bedienung (sogar mit einer Hand), das unkomplizierte Einparken und die unauffällige Integration ins Stadtbild. Leichte Kritik gab's bei der Sichtbarkeit - aber das lässt sich laut Rheinmetall mit besserer App-Integration und Markierungen lösen. Klingt nach einem überschaubaren Problem.
Dass das Ganze ausgerechnet von einem Rüstungskonzern kommt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Aber gut - vielleicht ist genau das die passende Metapher für unsere Zeit: Während die Welt im Krisenmodus steckt, entwickelt die Rüstungsindustrie Ladeinfrastruktur.
Der Ladebordstein ist ab sofort bestellbar, die Messe-Premiere läuft gerade auf der Power2Drive in München. Mal sehen, ob deutsche Innenstädte demnächst nicht nur mit SUVs, sondern auch mit getarnten Ladepunkten gepflastert sind.
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