Intel schrumpft radikal - 33.000 Stellen weg, Projekte gestrichen, deutsche Fabrik abgesagt

Christian Palm • 25.07.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Intel streicht 33.000 Stellen, sagt Projekte in Deutschland und Polen ab und zieht sich aus Costa Rica zurück.
Intel Chip

Intel hat das Kunststück vollbracht, über 30.000 Stellen zu streichen, ohne es offiziell Stellenabbau zu nennen. Bereits im April ließ eine Sprecherin gegenüber The Verge wissen: „Wir haben kein konkretes Ziel für einen Personalabbau.“ Das war offenbar die höfliche Umschreibung für: Doch, haben wir. Und wie.

Jetzt ist es offiziell: Intel wird das Jahr 2025 mit nur noch rund 75.000 Beschäftigten abschließen - Ende 2024 waren es noch knapp 110.000. Das entspricht einem Schrumpfkurs von etwa 33.000 Menschen, oder einem Drittel der gesamten Belegschaft. Willkommen in der neuen Realität eines Chipgiganten, der seine Größe neu kalibriert - und dabei gleich ganze Regionen aufgibt.

Deutschland, Polen, Costa Rica - Projekte gestrichen

Intel zieht sich gleich von mehreren internationalen Großprojekten zurück. Die geplanten Mega-Fabs in Deutschland und das Test- und Verpackungswerk in Polen, jeweils mit tausenden geplanten Arbeitsplätzen, sind abgesagt. Die Betonung liegt auf geplant, denn so richtig los ging es nie. Aber der PR-Schaden ist trotzdem da.

Besonders bitter: In Costa Rica hat Intel über 3.400 Beschäftigte, nun sollen die dortigen Fertigungs- und Testkapazitäten nach Vietnam verlagert werden. Konsolidierung, wie es im Intel-Sprech heißt. Wer's zynisch lesen möchte: billigere Löhne, weniger Reibungsverluste, mehr Marge.

Schweigen im internationalen Takt

Intel vermeidet es nach wie vor, die Dinge beim Namen zu nennen. Die Stellenkürzungen werden zwar inzwischen offen in den Quartalszahlen thematisiert, aber das Narrativ bleibt defensiv: Man „optimiere“, „konzentriere sich auf rentable Bereiche“ und „passe Investitionsentscheidungen an“.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Intel steckt in einem harten Wettbewerb, steht unter Druck durch Nvidia, AMD und Apple und versucht mit Gewalt, seine Rolle als Chiphersteller neu zu definieren. Investitionen werden verschoben oder ganz gestrichen, Standorte konsolidiert, Zukunftsversprechen vertagt.

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