Firefox 149: Proxy-Experimente und geteilte Ansichten

Christian Palm • 24.03.26 - 20:01 Uhr
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Mozilla bringt mit Firefox 149 ein integriertes VPN-Feature mit 50 GB Datenvolumen und Split-Screen. Ein Fortschritt oder nur ein cleverer Proxy?
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Mozilla hat mit der Version 149 seines Browsers ein Paket geschnürt, das vor allem zwei Nutzertypen bedienen soll: die Ordnungsliebenden und die Privatsphäre-Minimalisten. Während das Update an der Oberfläche mit einer lang erwarteten Split-Screen-Funktion punktet, sorgt das neue „integrierte VPN“ unter der Haube für die gewohnten Diskussionen in der Community.

Wer jetzt erwartet, dass Firefox den gesamten System-Traffic durch einen verschlüsselten Tunnel schickt, wird enttäuscht. Technisch gesehen handelt es sich bei dem Feature eher um einen Browser-Proxy. Er maskiert die IP-Adresse und den Standort direkt innerhalb der Firefox-Sitzung, lässt aber den restlichen Datenverkehr deines Rechners unberührt. Das Marketing-Label „VPN“ ist hier also mit einer gewissen Portion Skepsis zu genießen. Mit einem monatlichen Datenvolumen von 50 GB bietet Mozilla zwar mehr als viele Gratis-Konkurrenten, doch für Power-User ist das eher ein Snack als eine Mahlzeit.

In einschlägigen Communities wie Reddit wird bereits laut darüber nachgedacht, ob Mozilla hier lediglich eine Einstiegsdroge für sein kostenpflichtiges Full-VPN-Abo platziert hat. Die Sorge vor einem „Honeypot“ schwingt wie immer mit, wenn kostenlose Sicherheitsfeatures versprochen werden. Dennoch hat die Funktion ihren Wert, besonders wenn es darum geht, regionale Sperren oder immer strengere Altersverifikations-Hürden im Netz unkompliziert zu umgehen, ohne direkt ein komplexes Setup konfigurieren zu müssen.

Abseits der Tunnel-Thematik gibt es gute Nachrichten für die Produktivität. Die neue Split-View-Funktion erlaubt es endlich, zwei Tabs nebeneinander im selben Fenster zu betrachten. Das ist kein Hexenwerk, macht das ständige Hin- und Herwechseln zwischen Dokumentationen und Code oder Video und Notizen aber deutlich angenehmer. Zudem hat Mozilla die Suchleiste angefasst: Sie verhält sich nun wieder mehr wie ein echtes Werkzeug und weniger wie ein Platzhalter für Werbevorschläge. Es sind diese kleinen Quality-of-Life-Verbesserungen, die Firefox 149 am Ende trotz der Diskussion um den VPN-Begriff zu einem soliden Update machen.

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