Der Mythos vom bargeldverliebten Deutschen bekommt weitere Risse. Laut einer aktuellen Verivox-Umfrage zahlt nur noch gut ein Drittel der Befragten auf Auslandsreisen innerhalb des Euroraums am liebsten mit Bargeld. Vor einem Jahr waren es noch 53 Prozent - ein Absturz um fast 20 Prozentpunkte.
Insgesamt greift die Mehrheit der Verbraucher heute lieber zu Karte oder Smartphone. Innerhalb Deutschlands setzen gut 51 Prozent auf kartengestützte Verfahren: Rund 30 Prozent nutzen die Girocard (ja, die „EC-Karte“ lebt noch), 12 Prozent zahlen mit einer Visa- oder Mastercard-Debitkarte, bei der der Betrag direkt abgebucht wird, und 9 Prozent bevorzugen eine klassische Kreditkarte.
Im Ausland fällt die Bargeldquote noch weiter: Innerhalb des Euroraums zahlen fast 55 Prozent der Deutschen am liebsten mit Karte, außerhalb steigt der Anteil sogar leicht auf über 56 Prozent. Bargeld scheint damit endgültig auf die Rolle des Notfall-Backups reduziert - für den einen Kiosk ohne Terminal oder den charmanten Wochenmarkt, der noch keine QR-Codes mag.
Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier kommentiert nüchtern: „Die Deutschen gelten seit jeher als Bargeldliebhaber. Doch mittlerweile bevorzugt die Mehrheit kartengestützte Bezahlverfahren.“ Übersetzt: Selbst der sprichwörtliche Münzsammler kramt heute öfter die Plastikkarte raus, wenn's an der Kasse schneller geht.
Ob dieser Trend auch das Aus fürs Portemonnaie bedeutet, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Wer im Urlaub auf die Karte setzt, sollte an Gebühren und Wechselkurse denken - und für alle Fälle doch noch ein paar Scheine einstecken. Schließlich ist nicht jeder Imbiss in Süditalien schon im 21. Jahrhundert angekommen.
Kommentare (0)