WhatsApp Plus: Meta testet Bezahlabo für mehr Individualität und weniger Werbung

Michi Neumann • 29.01.2026
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Meta plant ein WhatsApp-Abo: Für rund 4 Euro monatlich soll es Werbefreiheit im Status-Tab, neue Themes und mehr angepinnte Chats geben. Erste Details im Check.
WhatsApp Icon

Es war ein langer Weg von der "lebenslang kostenlos"-Garantie der Anfangstage bis zur heutigen Realität unter dem Meta-Dach. Dass Mark Zuckerberg irgendwann an die Kassen der über zwei Milliarden WhatsApp-Nutzer möchte, galt in der Branche als ausgemachte Sache. Jetzt nehmen die Pläne für ein optionales Bezahlabo konkrete Formen an, wie Funde in aktuellen Beta-Versionen zeigen.

Das geplante Modell scheint zweigleisig zu fahren. Einerseits geht es um Ästhetik und Produktivität: Wer zahlt, soll exklusive Themes erhalten, um das Design der App anzupassen - inklusive neuer App-Icons und individueller Benachrichtigungstöne für einzelne Chats. Auch die Grenze für angepinnte Chats, die bisher bei drei liegt, soll für Abonnenten fallen. Ob man für ein paar neue Farben und Sticker wirklich den Geldbeutel zückt, bleibt jedem selbst überlassen, aber für Power-User ist die Sache mit den angepinnten Chats zumindest ein valider Punkt.

Der zweite, für viele wichtigere Aspekt betrifft die Werbefreiheit. Meta rollt das "Pay-or-Consent"-Modell, das wir bereits von Facebook und Instagram kennen, nun offenbar auch auf den Messenger aus. Konkret bedeutet das: Im "Aktuelles"-Tab, wo sich Status-Meldungen und Kanäle befinden, wird verstärkt Werbung und gesponserter Content auftauchen. Wer das nicht sehen möchte, muss zum Abo greifen. In der Gerüchteküche steht ein Preis von etwa 4 Euro pro Monat im Raum - ein stolzer Betrag für einen Dienst, der jahrelang als Inbegriff der kostenlosen Kommunikation galt.

Wichtig für die Beruhigung der Gemüter: Die privaten Chats und Gruppenunterhaltungen sollen nach aktuellem Stand unangetastet bleiben. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung steht nicht zur Debatte und auch Werbung zwischen deinen privaten Nachrichten ist vorerst kein Thema. Es geht Meta primär um die Monetarisierung der Feed-ähnlichen Bereiche der App.

Technisch gesehen ist die Infrastruktur für das Abo bereits in der App hinterlegt, inklusive einer Warteliste für interessierte Nutzer. Wann der Schalter offiziell umgelegt wird, ist noch unklar, aber die Zeichen stehen auf 2026. Es wird spannend zu sehen, ob die Nutzer bereit sind, für ein bisschen mehr Ordnung im Status-Tab zu zahlen oder ob WhatsApp damit den ersten Riss in seiner Dominanz riskiert.

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