WhatsApp plant eigenen Cloud-Speicher für Backups

Michi Neumann • 28.04.26 - 12:44 Uhr
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
WhatsApp führt eigenen Cloud-Speicher für Backups ein. Wir analysieren Kosten, Gratis-Limits und den Vergleich zum bisherigen Google Drive Backup.
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Die jahrelange Zusammenarbeit zwischen Google und Meta bei der Sicherung von Chat-Verläufen steht vor einer Zäsur. Bisher war Google Drive unter Android der Standard-Ort, um Nachrichten, Bilder und Videos für den Fall eines Smartphone-Wechsels oder Datenverlusts zu parken. Aktuelle Analysen des App-Codes zeigen nun, dass Meta an einer eigenen Infrastruktur arbeitet. Damit emanzipiert sich der Messenger-Dienst von Drittanbietern und baut eine eigene Speicher-Lösung direkt in die App ein.

Das Limit des kostenlosen Speichers

Meta plant offenbar ein Basis-Modell, das zwei Gigabyte kostenlosen Speicherplatz umfasst. Für reine Text-Backups ist das eine beachtliche Menge, die für Jahre an Konversationen ausreicht. Wer jedoch seine gesamte Medienhistorie inklusive hochauflösender Fotos und Videos sichern möchte, wird mit diesem Kontingent schnell an Grenzen stoßen. Sobald die zwei Gigabyte erschöpft sind, greift ein Abo-Modell, das Meta als neue Einnahmequelle dient. Es ist ein klassisches Freemium-Modell: Die Grundfunktion bleibt kostenlos, die vollständige Datensicherung wird zur kostenpflichtigen Dienstleistung.

Preisstruktur und Vergleich zum Wettbewerb

Für Nutzer, die mehr Platz benötigen, stellt Meta Pakete von bis zu 50 Gigabyte für knapp einen Euro pro Monat in Aussicht. Auf den ersten Blick wirkt dieser Preis wettbewerbsfähig, doch beim genauen Hinsehen zeigt sich ein Nachteil in der Flexibilität. Während Speicherplatz bei Google One oder iCloud für verschiedene Dienste wie E-Mails, Fotos oder Dokumente genutzt werden kann, ist der WhatsApp-Speicher nach aktuellem Stand zweckgebunden. Man zahlt also für eine isolierte Lösung, die ausschließlich innerhalb des Meta-Ökosystems funktioniert.

Strategische Vorteile der integrierten Lösung

Technisch könnte der hauseigene Speicher Vorteile bei der Geschwindigkeit und der Konsistenz der Backups bieten. Da Meta die volle Kontrolle über die Serverstruktur hat, lassen sich Synchronisationsprozesse potenziell effizienter gestalten als über die Schnittstelle zu Google Drive. Zudem entfällt für Nutzer die Notwendigkeit, ein separates Google-Konto zu verknüpfen, was die Hürden für Erstanwender senkt. Für Meta ist dieser Schritt vor allem strategisch wichtig, um die Abhängigkeit von Google zu verringern und die Nutzer noch stärker an die eigenen Dienste zu binden.

Die Wahlfreiheit bleibt vorerst erhalten

Trotz der Einführung des eigenen Speichers deutet derzeit nichts darauf hin, dass die Option für Google Drive komplett verschwindet. Nutzer werden voraussichtlich die Wahl zwischen den verschiedenen Anbietern haben. Das ist eine gute Nachricht für alle, die bereits für Google-Speicher bezahlen und keine zusätzliche monatliche Gebühr für ihre WhatsApp-Medien entrichten möchten. Es bleibt abzuwarten, wie aggressiv Meta den eigenen Dienst innerhalb der App bewerben wird, um Nutzer zum Umzug zu bewegen.

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