Es hat erstaunlich lange gedauert, aber WhatsApp scheint endlich einzusehen, dass das Auto mehr ist als nur ein Ort, an dem man Siri verzweifelt Anweisungen zuruft. Während Konkurrenten wie Telegram schon länger zeigen, wie ein Messenger auf dem Dashboard aussehen kann, steckte WhatsApp bisher in der reinen Sprachsteuerung fest. In aktuellen Beta-Versionen für iOS gibt es nun handfeste Hinweise darauf, dass sich das ändert: Eine native CarPlay-App ist auf dem Weg.
Bisher war die Nutzung von WhatsApp im Auto eher eine Übung in Geduld. Wer während der Fahrt wissen wollte, wer geschrieben hat, musste auf den richtigen Moment für die Sprachausgabe warten. Wer pech hatte, scheiterte an der Transkription, wenn die Umgebungsgeräusche im Innenraum zu laut waren oder Siri die Namen der Kontakte mal wieder kreativ interpretierte. Eine visuelle Übersicht über verpasste Anrufe oder ungelesene Nachrichten gab es schlicht nicht. Die neue Integration bringt nun eine grafische Benutzeroberfläche direkt auf das Infotainment-System des Fahrzeugs.
Das Design orientiert sich dabei strikt an Apples Vorgaben für CarPlay. Das bedeutet: große, leicht treffbare Symbole und eine klare Struktur, die sich nahtlos in das System einfügt. Du kannst künftig deine wichtigsten Kontakte als Favoriten hinterlegen und siehst auf einen Blick, in welchen Gruppen gerade die meiste Action herrscht. Auch das Stummschalten von nervigen Gruppenunterhaltungen oder das Annehmen von Anrufen funktioniert dann per Fingertipp auf den Touchscreen, statt sich durch Sprachmenüs zu hangeln.
Trotz der optischen Aufwertung bleibt WhatsApp - und das ist auch gut so - beim Thema Sicherheit konservativ. Du wirst auch weiterhin keine langen Textwüsten auf dem Display lesen können, während du mit 130 km/h über die Autobahn fährst. Die App bleibt ein Werkzeug zur schnellen Interaktion und Übersicht; das eigentliche "Lesen" komplexer Nachrichten bleibt gesperrt, um die Ablenkung minimal zu halten.
Momentan befindet sich die App noch in einer geschlossenen Testphase. Die Hürden für eine Zulassung in Fahrzeugsystemen sind hoch, da die Entwickler sehr spezifische Richtlinien einhalten müssen, damit die Software während der Fahrt nicht zum Sicherheitsrisiko wird. Ein offizielles Release-Datum steht noch aus, aber die Entdeckung in der Beta deutet darauf hin, dass die Entwicklung weit fortgeschritten ist. Es ist zudem davon auszugehen, dass Android Auto-Nutzer nicht allzu lange auf ein entsprechendes Gegenstück warten müssen, sobald die iOS-Version ausgerollt wird.
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