MMS endet 2026 endgültig: Telekom, 1&1 und wohl auch o2 schalten den Dienst ab

Michi Neumann • 14.05.26 - 15:23 Uhr
3 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Der MMS-Dienst wird bis Juni 2026 abgeschaltet. Warum SMS-Nachfolger RCS übernimmt und was Nutzer alter Handys jetzt tun sollten.
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Die MMS war lange der Versuch der Mobilfunkbranche, Bilder und Medien über klassische Handy-Nachrichten zu verschicken. Wirklich durchgesetzt hat sich der Dienst aber nie. Jetzt endet die Geschichte endgültig: Nach Vodafone stellen offenbar auch Telekom, 1&1 und wahrscheinlich o2 den MMS-Dienst zum 30. Juni 2026 ein.

Damit verschwindet eine Technik, die schon vor Jahren praktisch von Messengern verdrängt wurde.

Das Hauptproblem war nie die Technik

Die MMS hatte von Anfang an ein schlechtes Timing. Technisch war sie Anfang der 2000er durchaus interessant: Bilder, kleine Videos oder Klingeltöne direkt aufs Handy schicken, ohne E-Mail, ohne Messenger.

Das eigentliche Problem war der Preis. Während SMS damals oft schon teuer waren, kostete eine MMS häufig 39 Cent pro Nachricht. Gleichzeitig lag das Datenlimit meist bei gerade einmal 300 Kilobyte. Selbst einfache Fotos mussten stark komprimiert werden. Nutzer machten deshalb genau das, was logisch war: Sie verschickten lieber normale SMS oder wechselten später zu kostenlosen Internet-Messengern wie WhatsApp.

Vodafone hat den Anfang gemacht

Vodafone stellte den MMS-Dienst bereits 2023 ein. Jetzt ziehen die übrigen Netzbetreiber nach. Besonders klar äußert sich dabei 1&1. Kunden von sim.de wurden bereits informiert, dass MMS ab dem 30. Juni 2026 nicht mehr versendet oder empfangen werden können. Auch die Deutsche Telekom bestätigt inzwischen das Enddatum offiziell. Bei Telefónica Germany klingt die Kommunikation noch etwas vorsichtiger, faktisch deutet aber auch dort alles auf ein Ende des Dienstes hin.

RCS soll endlich die Nachfolge antreten

Eigentlich sollte RCS die SMS und MMS schon vor vielen Jahren ablösen. Der Standard bietet moderne Messenger-Funktionen direkt in der Nachrichten-App: Bilder, Videos, große Anhänge, Lesebestätigungen oder Gruppenchats. Lange fehlte allerdings die Unterstützung der Netzbetreiber und Smartphone-Hersteller. Besonders Apple blockierte den Standard über Jahre indirekt mit iMessage. Erst seit Apple RCS inzwischen ebenfalls unterstützt, kommt Bewegung in das Thema.

Heute läuft RCS auf den meisten modernen Android-Smartphones bereits standardmäßig. Auch aktuelle iPhones unterstützen RCS inzwischen teilweise - vor allem im Austausch mit Android-Geräten.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird wichtiger

Interessant ist vor allem die Entwicklung bei der Sicherheit. 1&1 bestätigt bereits Unterstützung für Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Nachrichten auf aktuellen iPhones mit neuerer iOS-Version. Damit nähert sich RCS technisch immer stärker klassischen Messengern an.

Der Unterschied: RCS funktioniert direkt über die Standard-Nachrichten-App des Smartphones und benötigt keine zusätzliche Plattform wie WhatsApp oder Telegram.

Was Nutzer alter Handys jetzt beachten sollten

Für die meisten Menschen wird die Abschaltung kaum Auswirkungen haben. Viele haben seit Jahren keine MMS mehr verschickt. Relevant wird das Thema eher für Besitzer älterer Geräte. Manche alte Handys speichern Fotos oder Nachrichten ausschließlich als MMS. Wer dort noch persönliche Bilder archiviert hat, sollte diese möglichst bald sichern.

Im Idealfall funktioniert das noch per Datenkabel und PC. Falls das nicht mehr möglich ist, bleibt oft nur der Versand an ein modernes Smartphone - solange MMS noch aktiv ist.

Die MMS war am Ende nur noch ein Übergangsstandard

Rückblickend war die MMS vor allem ein Zwischenprodukt. Sie entstand in einer Zeit, in der Mobiltelefone langsam multimedial wurden, mobile Daten aber noch teuer und langsam waren. Mit modernen Messengern hatte das System spätestens ab den 2010ern praktisch keine Chance mehr.

Dass die Netzbetreiber den Dienst jetzt abschalten, ist deshalb weniger ein großer Umbruch als vielmehr das offizielle Ende einer Technik, die im Alltag längst verschwunden war.

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