Das Experiment mit den digitalen Doppelgängern ist bei WhatsApp offiziell beendet. Nachdem Meta Ende 2022 mit viel Engagement die personalisierten 3D-Avatare in den Messenger integriert hatte, steht nun der Rückzug an. Wie aktuelle Berichte zeigen, informiert WhatsApp die ersten Nutzer bereits über eine Info-Karte innerhalb der App, dass die Funktion in Kürze vollständig eingestellt wird. Damit folgt der Dienst einem Trend im Mutterkonzern Meta, die Prioritäten weg von spielerischen Metaverse-Elementen hin zu funktionaleren Features zu verschieben.
Das Ende einer VR-Vision im Messenger
Die Avatare waren ursprünglich Teil einer großen Strategie, die VR-Visuals der Meta Quest-Headsets in alle sozialen Kanäle des Konzerns zu bringen. Ziel war es, eine konsistente digitale Identität über Facebook, Instagram und WhatsApp hinweg zu schaffen. Bei WhatsApp konnten Nutzer diese Avatare nicht nur als Profilbild-Alternative verwenden, sondern auch in Form von automatisch generierten Stickern in Chats teilen. Dieser Vorstoß scheint jedoch bei der breiten Masse der Messenger-Nutzer nicht den gewünschten Anklang gefunden zu haben.
Was genau entfernt wird
Die Streichung erfolgt radikal und umfasst mehrere Bereiche der App:
- Profilbilder: Wer seinen Avatar als Profilbild nutzt, wird in einem kommenden Update dazu aufgefordert, dieses durch ein klassisches Foto zu ersetzen.
- Avatar-Editor: Die Möglichkeit, das Aussehen des digitalen Ichs anzupassen - von der Frisur bis zur Kleidung - wird deaktiviert.
- Sticker-Pakete: Auch die aus dem Avatar generierten Sticker-Sets werden aus der Auswahl verschwinden.
Meta hat bisher keinen exakten Zeitplan für den finalen "Kill-Switch" veröffentlicht, aber da die Bearbeitungsfunktionen bereits bei vielen Nutzern eingeschränkt sind, wird mit einer vollständigen Entfernung innerhalb der nächsten Wochen gerechnet.
Fokus auf neue Prioritäten
Die Entscheidung, die Avatare zu entfernen, kommt nicht überraschend. Während Meta in den letzten Jahren massiv in die "Metaverse"-Sparte investiert hat, liegt der Fokus mittlerweile deutlich stärker auf Künstlicher Intelligenz und der Verbesserung der Business-Funktionen von WhatsApp. Ressourcen, die bisher in die Pflege der Avatar-Grafiken flossen, dürften nun in Projekte wie den KI-Assistenten "Meta AI" oder die Prozessoptimierung für Unternehmen fließen. Für die Nutzer bedeutet dies eine Rückkehr zu einem schlichteren Design, bei dem wieder das echte Foto im Mittelpunkt steht.
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