Betreutes Chatten: Meta führt Zweit-Accounts für Kinder ein

Michi • 22.01.2026
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
WhatsApp plant neue Kinder-Accounts mit Eltern-Kontrolle. Erfahre alles über Zweit-Accounts, Kontakt-Sperren und den Wegfall der Chatsperre für Minderjährige.
WhatsApp Icon

WhatsApp möchte das Dilemma zwischen elterlicher Sorge und dem Drang der Kids nach digitaler Freiheit lösen. Meta arbeitet an einer Funktion für Zweit-Accounts, die speziell für Kinder konzipiert sind. Das Prinzip ist simpel: Eltern verknüpfen ihr eigenes Konto per QR-Code mit dem Smartphone des Nachwuchses und sichern die Kontrolle mit einer PIN ab. Damit wird der Messenger, der bisher eher nach dem Prinzip „Alles oder Nichts“ funktionierte, ein Stück weit zum betreuten Chatten.

Die Einschränkungen greifen tief in die gewohnte Funktionalität ein. Kinder können in diesem Modus nur Nachrichten von Personen empfangen oder an solche senden, die bereits in den Kontakten hinterlegt sind. Taucht ein neuer Kontakt im Adressbuch auf, schlägt das System bei den Eltern sofort Alarm. Zudem wird der „Aktuelles“-Tab komplett gestrichen. Statusmeldungen und die oft fragwürdigen Kanäle bleiben dem Nachwuchs also erst einmal erspart. Man könnte sagen, WhatsApp baut einen digitalen Sandkasten, in dem die Mauern besonders hoch sind.

Interessant ist die Gratwanderung beim Datenschutz. Meta betont, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unantastbar bleibt. Das bedeutet im Klartext: Eltern können die Nachrichten ihrer Kinder nicht heimlich vom eigenen Sofa aus mitlesen. Wer kontrollieren will, muss physisch zum Handy des Kindes greifen. Damit das dort nicht zur Schnitzeljagd wird, deaktiviert der Kinder-Account die Funktion „Gesperrte Chats“. Verstecken zwecklos - zumindest, solange die Eltern die PIN für das Gerät haben.

Sobald der Nachwuchs die magische Grenze von 13 Jahren erreicht, lässt sich die digitale Nabelschnur kappen. Das passiert allerdings nicht automatisch durch ein System-Update am Geburtstag, sondern erfordert eine aktive Freigabe durch die Erziehungsberechtigten. Wann genau das Feature für alle ausrollt, ist noch unklar. Meta lässt sich Zeit, um die Funktion in der Beta-Phase glattzuziehen. Ein Schelm, wer denkt, dass man damit vor allem die nächste Generation frühzeitig an das Ökosystem binden will.

Kommentare (0)

Antwort auf:
Kommentar schreiben
CAPTCHA
Hinweis: Dein eingegebener Name und der Kommentartext werden zur Veröffentlichung gespeichert. Weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung.