OpenAI hat still und leise eine neue Funktion für die kostenlose Version von ChatGPT freigeschaltet: Der Chatbot kann sich nun auch ohne Plus-Abo an frühere Gespräche erinnern. Klingt nach einer netten Geste - ist aber eher ein Appetithäppchen.
Denn während zahlende Nutzer auf ein monatelanges Gedächtnis und tiefere Personalisierung zugreifen können, bleibt es für Gratis-Nutzer bei einer stark eingeschränkten Version. Erinnerungen werden nur für wenige Tage gespeichert und auch nur eine überschaubare Menge gleichzeitig. Wer hofft, dass ChatGPT sich langfristig an die Lieblingsrezepte, bevorzugte Schreibstile oder komplexe Projekte erinnert, landet damit schnell an der Bezahlschranke.
Trotzdem ist die Neuerung ein Schritt in Richtung personalisierter KI-Erfahrung. ChatGPT kann sich - zumindest kurzzeitig - merken, ob man gerade eine Sprache lernt, bestimmte Ernährungsvorlieben hat oder ob man lieber per Du oder Sie angesprochen werden will. Die Umsetzung erfolgt automatisch, Nutzer können aber jederzeit in den Einstellungen kontrollieren, was gespeichert wurde - oder alles löschen. Für sensible Unterhaltungen gibt es zusätzlich den „Temporary Chat“, quasi den Inkognito-Modus für KI-Gespräche.
Kleine Stolperfalle für Nutzer aus Europa: Anders als in den USA oder anderen Regionen ist das Gedächtnis hier aus Datenschutzgründen nicht automatisch aktiv. Wer die Funktion nutzen möchte, muss sie explizit einschalten - zu finden unter „Personalisierung > Erinnerung“.
Hinter der Funktion steckt kein Hexenwerk, sondern ein Algorithmus zur Extraktion und Speicherung relevanter Informationen aus dem Chatverlauf. Das Ziel: eine intelligentere, persönlichere Nutzererfahrung - oder wie OpenAI es nennen würde: der Weg zum „Superassistenten“. Ob sich das Gedächtnis wirklich als Mehrwert oder eher als Abo-Tarnung entpuppt, hängt wie immer vom Nutzungsszenario ab.
Kommentare (0)