Deutschland will DeepSeek aus App-Stores verbannen

Christian Palm • 28.06.25 - 11:06 Uhr
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Deutschlands Datenschutzbeauftragte fordert die Entfernung von DeepSeek aus App-Stores, wegen Datenübertragung nach China ohne EU-Standards.
DeepSeek KI Chatbot

DeepSeek ist in Deutschland ins Visier der Datenschützer geraten. Die App aus China, die sich Anfang des Jahres als KI-Wunderwaffe feiern ließ, soll aus Apples und Googles App-Stores verschwinden. Das forderte diese Woche der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI).

Kern des Problems: DeepSeek speichert Nutzereingaben, Dateien und andere persönliche Daten auf Servern in China - wo Behörden per Gesetz weitreichenden Zugriff haben. Laut Meike Kamp, der Datenschutzbeauftragten des Bundes, konnte DeepSeek nicht glaubhaft darlegen, dass die Daten deutscher Nutzer dort genauso geschützt sind wie nach EU-Standards. Ein entsprechendes Ultimatum des BfDI ließ das Unternehmen offenbar verstreichen.

Deutschland ist damit nicht das erste Land, das gegen die App vorgeht. Italien schmiss sie bereits aus den App-Stores, Südkorea folgte. Die Niederlande untersagten sie auf Behörden-Geräten, Belgien warnte seine Beamten davor, und Spaniens größte Verbraucherorganisation fordert eine Untersuchung. In den USA wird sogar an Gesetzen gearbeitet, die chinesische KI aus Bundesbehörden komplett verbannen könnten - inklusive wilder Ideen, Nutzer dafür haftbar zu machen.

Die Sorge ist nicht neu: DeepSeek war schon früh dadurch aufgefallen, Fragen rund um China und Politik auffällig vorsichtig oder gar nicht zu beantworten - KI-Zensur inklusive. Gleichzeitig enthält die Datenschutzrichtlinie glasklar den Verweis auf Speicherung in China. Für europäische Datenschützer ist das eine rote Linie.

Dabei lohnt der Hinweis: DeepSeeks Open-Source-Modelle sind technisch relativ einfach zu prüfen oder anzupassen. Nicht so die App und die Webversion. Die werden komplett vom Unternehmen kontrolliert - samt Serverstandort.

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