Es ist mal wieder soweit: Logitech liefert den perfekten Beweis für die These, dass exzellente Hardware und brauchbare Software in der Welt der Schweizer Peripherie-Könige zwei völlig verschiedene Paar Schuhe sind. Wer heute versucht, das Konfigurationsprogramm Logi Options+ auf dem Mac zu starten, wird mit einem lila Ladekreis begrüßt, der sich in philosophischer Endlosschleife dreht. Der Grund ist so banal wie peinlich: Ein Entwickler-Zertifikat ist abgelaufen. Da Apple bei der Sicherheitsvalidierung keinen Spaß versteht, verweigert das System kurzerhand den Dienst einer Software, die eigentlich nur deine Maustasten belegen soll.
Besonders pikant ist dabei der Online-Zwang von Logi Options+. Dass eine Software für Eingabegeräte überhaupt nach Hause telefonieren muss, um zu starten, ist vielen Nutzern ohnehin ein Dorn im Auge. Wenn dieser Cloud-Dienst dann aufgrund handwerklicher Fehler in der Zertifikatsverwaltung die gesamte Hardware lahmlegt, wird aus dem Ärgernis ein echtes Problem. Wer keine Standard-Maus nutzt, sondern auf Makros und spezifische Profile angewiesen ist, arbeitet aktuell mit angezogener Handbremse.
Es gibt jedoch einen Workaround für Mutige: Manuelles Zurückstellen der Systemzeit. Wenn du das Datum deines Macs in den Systemeinstellungen auf den 5. Januar 2026 stellst (vorher die automatische Synchronisation deaktivieren), lässt sich die App oft starten. Sobald sie läuft, kannst du die Zeit wieder auf „automatisch“ stellen. Das hält meist so lange, bis der Mac schlafen geht oder die App neu gestartet wird. Ein Armutszeugnis für ein Unternehmen dieser Größe, aber immerhin ein Strohhalm für den laufenden Arbeitstag.
Wer die Nase endgültig voll hat, sollte sich nach Alternativen umsehen. Programme wie BetterMouse (ca. 8 Dollar) oder SteerMouse (ca. 20 Dollar) tun oft genau das, was Logitech verspricht - nur ohne Cloud-Zwang, ohne Ladekreis und mit deutlich weniger Ressourcenverbrauch. Logitech selbst bietet zwar eine „Offline-Version“ für Unternehmen an, doch aktuelle Berichte zeigen, dass auch diese Version momentan unter denselben Zertifikats-Problemen leiden kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler bei Logitech bereits die Nachtschicht gebucht haben, um den Patch auszurollen. Bis dahin bleibt die Erkenntnis: Eine teure Maus ist ohne funktionierenden Treiber eben doch nur ein ergonomischer Briefbeschwerer.
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