Der KI-Kostenschock: Samsung erhöht DDR5-Preise um bis zu 60 Prozent

Christian Palm • 17.11.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Samsung erhöht die Preise für DDR5-Speicherchips um bis zu 60 Prozent, getrieben durch den KI-Boom in Rechenzentren. Hohe Kosten drohen für Notebooks & Smartphones
RAM Arbeitsspeicher

Der neueste Wachstumstreiber der Tech-Welt ist für Endverbraucher vor allem eine schlechte Nachricht: Die KI-Hysterie treibt die Preise für DDR5-Speicherchips in die Höhe, und zwar mit Geschwindigkeiten, die man sonst nur von übertakteten RAM-Riegeln kennt. Marktführer Samsung hat hier offenbar die Bremse gelöst und die Vertragspreise für bestimmte Module um bis zu 60 Prozent angehoben, wie Insider berichten. Das betrifft primär die Großkunden aus dem Server- und Rechenzentrumsgeschäft, wird aber unweigerlich auf Notebooks und Smartphones durchschlagen. Samsung, bekannt für seine strategische Marktführung, verschob die Bekanntgabe der monatlichen Liefervertragspreise für Oktober kurzerhand. Eine Geste, die man als leisen Kanonenschlag vor einem Preisanstieg verstehen darf. Tatsächlich stieg der Preis für ein 32-Gigabyte-DDR5-Speichermodul laut dem Halbleitervertrieb Fusion Worldwide von 149 US-Dollar im September auf satte 239 US-Dollar im November. Bei den 16-GB- und 128-GB-Chips wurden Preisaufschläge von rund 50 Prozent registriert. Die Serverbetreiber schlucken diese Kröte, denn die Verfügbarkeit ist wichtiger als der Preis. Offenbar akzeptieren die großen Akteure, dass sie derzeit schlicht nicht genug Ware bekommen - ein Zustand, den man im Tech-Sektor nur allzu gut kennt, wenn eine neue Sau durchs globale Dorf getrieben wird. Die Analysten sind sich einig: Der Markt ist festgefahren. TrendForce erwartet, dass Samsung die vierteljährlichen Vertragspreise im letzten Quartal um 40 bis 50 Prozent anheben wird, und das liegt deutlich über dem Branchen-Durchschnitt. Der Grund sei nicht nur die aktuelle Nachfrage, sondern auch die Bereitschaft der Kunden, sich mit langfristigen Vereinbarungen bis 2026 oder 2027 ihre Kontingente zu sichern. Das ist keine Spekulation mehr, das ist Panikkauf im Industriemaßstab. Die Serverfarmen saugen den DDR5-Speicher förmlich vom Markt. Es ist dabei nicht nur der Hunger der KI-Infrastrukturen, die den Druck auf DDR5- und den noch schnelleren LPDDR5X-Speicher erzeugt. Auch der langsam auslaufende Support für Windows 10 soll die Nachfrage nach neuer Hardware antreiben, was den Wettbewerb um die knappen Chips weiter verschärft. Xiaomi-Präsident Lu Weibing bestätigte bereits, dass die unerwartet hohen Speicherkosten die Preisgestaltung ihrer Produkte beeinflussen. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass sich die Kostenstruktur im Halbleitermarkt rasant neu ordnet. Die Ära des günstigen Speichers ist fürs Erste beendet. Es bleibt abzuwarten, wann der Endkunde die volle Wucht dieses Server-Hungers auch beim Kauf seines nächsten Notebooks oder Smartphones zu spüren bekommt.

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