WeatherNext 2: Achtmal schnelleres Wetter - Weil Zeit auch bei Wolken Geld ist

Michi • 18.11.2025 · 2 Min. Lesezeit
Google stellt WeatherNext 2 vor: Das neue KI-Wettermodell von DeepMind liefert achtmal schnellere, stundengenaue Prognosen.
Wetter-App Prognose Vorhersage

Google hat über seine Forschungsschmieden DeepMind und Google Research das WeatherNext 2-Modell vom Stapel gelassen. Dieses KI-System soll Wettervorhersagen nicht nur besser, sondern vor allem achtmal schneller machen - bei einer Auflösung, die stündliche Prognosen erlaubt. Offenbar war die bisherige Vorhersagegeschwindigkeit nicht mehr tragbar; man musste ja dringend das nächste 99,9-Prozent-Upgrade nachliefern.

WeatherNext 2 übertrumpft seinen Vorgänger laut Google in nahezu allen relevanten Variablen - Temperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit - und das über einen Vorhersagehorizont von null bis 15 Tagen. Der eigentliche Fortschritt steckt in der Geschwindigkeit: Das Modell kann Hunderte physikalisch realistischer Wetterszenarien in weniger als einer Minute auf einer einzigen Tensor Processing Unit (TPU) durchrechnen. Das ist das digitale Äquivalent dazu, 500 Münzen gleichzeitig zu werfen, um zu sehen, ob es regnet.

Möglich macht das der neue Ansatz Functional Generative Network (FGN). Dieser KI-Modellierungsansatz integriert "Rauschen" direkt in die Architektur, um die generierten Vorhersagen physikalisch konsistent zu halten. Das Ergebnis ist eine erhöhte Kapazität, seltene, aber potenziell katastrophale Ereignisse - wie die genaue Zugbahn von Hurrikans bis zu drei Tage im Voraus - mit höherer Zuverlässigkeit vorherzusagen. Die Präzision bei tropischen Wirbelstürmen ist dabei ein Fokus, denn ein bisschen Regen kann jeder vorhersagen.

Während traditionelle Wettermodelle seit den 1950er Jahren auf dem mühsamen Durchrechnen physikalischer Gleichungen basieren, nutzt WeatherNext 2 maschinelles Lernen, um Muster in historischen Daten zu erkennen. Das spart nicht nur Zeit, sondern ermöglicht auch die Analyse komplexer Zusammenhänge, für die man früher vermutlich ein ganzes Physikstudium benötigt hätte. Ein kleiner Wermutstropfen: Google räumt ein, dass das Modell mit außergewöhnlichen Regen- und Schneeereignissen noch kämpfen wird. Offenbar waren die historischen Trainingsdaten nicht dramatisch genug. Man arbeitet bereits an der Beseitigung dieser "Lücken".

Die Integration der WeatherNext-Technologie läuft bereits: Google hat die Wettervorhersagen in der Suche, in Gemini, Pixel Weather und der Google Maps Platform Weather API aktualisiert. Die Wetterinformationen in Google Maps folgen in den kommenden Wochen. Nutzer profitieren also sofort von der verbesserten Präzision, ohne sich das obligatorische KI-Meteorologie-Zertifikat herunterladen zu müssen. Die Wette, dass das Wetter morgen besser wird, steht.

Kommentare (0)

Antwort auf:
Kommentar schreiben
CAPTCHA
Hinweis: Dein eingegebener Name und der Kommentartext werden zur Veröffentlichung gespeichert. Weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung.