Tech-Hygiene: Google stampft Darknet-Überwachung ein

Christian Palm • 16.12.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Google stellt den Dark Web Report ein. Ab 16. Februar 2026 ist Schluss. Der Konzern will sich auf konkretere Sicherheitstools wie den Passwortmanager konzentrieren.
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Google stellt den Dark Web Report ein. Die Funktion, die Nutzer darüber informieren sollte, ob ihre E-Mail-Adressen, Passwörter oder Telefonnummern in zwielichtigen Ecken des Internets kursieren, wird still und leise zu Grabe getragen. Offizielle Begründung: Das Tool habe zwar „informiert, aber oft keine konkreten Lösungen geboten“. Ein klassisches Tech-Problem: Man zeigt das Feuer, aber händigt keinen Eimer aus.

Damit beendet Google ein Feature, das als Teil des One-Abos und später für alle Nutzer in den USA ausgerollt wurde, um mehr Bewusstsein für digitale Sicherheit zu schaffen. Oder, etwas sarkastischer formuliert: um den Nutzern regelmäßig einen Schrecken einzujagen, damit sie sich doch endlich mal ordentliche Passwörter zulegen. Jetzt soll der Fokus auf „Werkzeuge, die handfeste Schritte zur Absicherung bieten“, verschoben werden. Man darf gespannt sein, ob das bedeutet, dass der Google Passwort-Manager demnächst die Passwörter auch tatsächlich verschlüsselt, bevor sie im Darknet landen - eine Ironie, die Google wohl selbst am besten versteht.

Der Abschied kommt zügig: Schon am 15. Januar 2026 wird der Scan für neue Leaks eingestellt. Am 16. Februar 2026 ist dann Zapfenstreich, und der gesamte Bericht verschwindet, inklusive der damit verbundenen Überwachungsprofile. Google löscht die Daten rigoros, aber du kannst natürlich auch vorher selbst auf den Knopf drücken und deine Überwachungsprofile manuell entfernen, wenn du die sofortige Löschung deiner - ohnehin schon geleakten - Daten nicht abwarten willst.

Als Trostpflaster verweist der Konzern auf seine bereits etablierten Sicherheitsangebote: den Sicherheitscheck, den Passwortmanager und die Funktion Ergebnisse über dich. Letztere ist Googles Versuch, persönliche Informationen aus der regulären Suche zu verbannen, was an ein Sisyphos-Projekt erinnert, aber immerhin einen konkreten „handfesten Schritt“ darstellt.

Für alle, die sich jetzt aufregen: Ruhe bewahren. Die Nutzer von Google-Workspace-Konten waren ohnehin außen vor und hatten nie Zugriff auf den Dark Web Report. Vielleicht wusste Google da schon, dass das Darknet für Unternehmen sowieso nur eine Art fortgeschrittener E-Mail-Spam-Ordner ist.

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