Google koppelt 15 GB Gratis-Speicher jetzt an Telefonnummer

Christian Palm • 14.05.26 - 18:11 Uhr
3 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Neue Google-Konten erhalten teils nur noch 5 GB Speicher. Die vollen 15 GB gibt es offenbar nur mit verifizierter Telefonnummer.
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Wer ein neues Google-Konto erstellt, bekommt offenbar nicht mehr automatisch die bekannten 15 GB kostenlosen Cloud-Speicher. Stattdessen erhalten manche Nutzer zunächst nur 5 GB. Um die vollen 15 GB freizuschalten, verlangt Google jetzt teilweise eine verifizierte Telefonnummer. Die Änderung wirkt klein, könnte aber langfristig große Auswirkungen auf die Nutzung kostenloser Google-Konten haben.

15 GB waren lange ein wichtiges Verkaufsargument

Über Jahre gehörte der kostenlose Speicher zu den stärksten Argumenten für Googles Ökosystem. Die 15 GB wurden gemeinsam von Gmail, Google Drive und Google Photos genutzt und lagen deutlich über vielen Konkurrenzangeboten. Besonders im Vergleich zu Apple, wo kostenlose iCloud-Konten nur 5 GB bieten, wirkte Google lange großzügig.

Jetzt scheint das Unternehmen diese Strategie schrittweise anzupassen.

Die Telefonnummer wird zur Zugangsvoraussetzung

Während der Einrichtung neuer Konten erscheint inzwischen bei manchen Nutzern ein Hinweis: Das Konto enthält zunächst nur 5 GB Speicher. Wer eine Telefonnummer hinzufügt, bekommt kostenlos Zugriff auf die vollen 15 GB.

Google begründet das mit Missbrauchsschutz. Laut Hinweis soll die Telefonnummer sicherstellen, dass der zusätzliche Speicher nur „einmal pro Person“ vergeben wird.

Das Problem dahinter ist nachvollziehbar: Ohne Begrenzung konnten Nutzer theoretisch unendlich viele Google-Konten anlegen und damit praktisch unbegrenzt kostenlosen Speicher erzeugen.

Google hat die Formulierungen bereits geändert

Interessant ist, dass Google die Änderung offenbar nicht offiziell groß angekündigt hat. Stattdessen wurden Support-Seiten still angepasst. Früher hieß es dort klar, dass jedes Google-Konto „15 GB kostenlosen Cloud-Speicher“ enthält. Jetzt spricht Google nur noch von „bis zu 15 GB“. Diese kleine sprachliche Änderung ist entscheidend. Sie schafft die Grundlage dafür, den Speicher künftig flexibel zu vergeben.

Der eigentliche Grund dürfte bei den Kosten liegen

Missbrauchsschutz ist wahrscheinlich nur ein Teil der Erklärung. Cloud-Speicher wird für Anbieter immer teurer - besonders seit KI-Systeme massiv Rechenleistung und Speicherressourcen benötigen. Gleichzeitig wachsen Datenmengen durch Fotos, Videos und Backups kontinuierlich. Kostenlose Nutzer verursachen dabei dauerhaft Infrastrukturkosten, ohne direkt Umsatz zu bringen. Google versucht deshalb offenbar, zwei Ziele gleichzeitig zu erreichen: weniger Spam- und Bot-Accounts sowie geringere Kosten für kostenlose Speicherangebote.

Datenschutzkritik dürfte trotzdem folgen

Die neue Regelung könnte allerdings Diskussionen auslösen. Viele Nutzer möchten bewusst keine Telefonnummer mit ihrem Google-Konto verknüpfen. Gerade bei Zweitkonten, anonymen Accounts oder Testprofilen war das bislang problemlos möglich. Wenn Google zusätzlichen Speicher künftig direkt an persönliche Daten koppelt, verändert das die Balance zwischen Komfort und Privatsphäre. Technisch lässt sich die Einschränkung zwar umgehen - etwa mit mehreren Telefonnummern - doch die Hürde für Massenkonten steigt deutlich.

Kostenloser Cloud-Speicher wird insgesamt knapper

Die Änderung passt zu einer größeren Entwicklung im Tech-Markt. Kostenlose Cloud-Angebote werden seit Jahren schrittweise eingeschränkt. Anbieter versuchen zunehmend, Nutzer in kostenpflichtige Speicher-Abos zu lenken oder kostenlose Konten stärker zu begrenzen.

Google geht diesen Weg jetzt offenbar ebenfalls konsequenter - nur deutlich leiser als viele andere Unternehmen.

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