(Update) Gmail und Gemini: Google macht Deine Inbox zum Trainingslager
Google nutzt E-Mails und Nutzerdaten für das Training seiner KI-Modelle. In der EU gilt meist eine Opt-In-Regel - aber Kontrolle ist besser als Vertrauen.
Bildquelle: appshunter.io | unsplash
2 Min. Lesezeit
Update 22.11.2025 - 18:16 Uhr:
Google hat dem ganzen offiziell widersprochen. Es findet keine Nutzung der Daten für das Training der KI statt.
Deine Gmail-Inbox ist jetzt offiziell mehr als nur ein Archiv für Newsletter und Rechnungen. Wie der Sicherheitsdienstleister MalwareBytes feststellte, bedient sich Google jetzt flächendeckend bei den Nutzerdaten, um seine KI-Modelle wie Gemini zu optimieren. Das umfasst neben den ohnehin schon reichlich vorhandenen Daten aus anderen Diensten eben auch Deine E-Mails und deren Anhänge. Willkommen in der Ära, in der Deine Korrespondenz zum Trainingsfutter für die nächste große Sprachrevolution wird.
Was Meta schon länger mit Facebook vormacht, zieht Google nun nach: Die Grenze zwischen Datenanalyse für Werbung und Datennutzung für KI-Training verschwimmt endgültig. Der Konzern spricht von einer "Verbesserung" von Gemini und Co., was nüchtern betrachtet die Verarbeitung Deiner privaten Kommunikation bedeutet. Das Kuriose: In den meisten Ländern gilt hier eine standardmäßige Opt-Out-Regelung. Wer seine Mails nicht der Maschine vorsetzen will, muss aktiv werden und an gleich zwei Stellen in den Tiefen der Einstellungen virtuelle Schalter umlegen.
Glückwunsch, Europa: Die EU, zusammen mit Großbritannien, der Schweiz und Japan, scheint bei diesem Datenfestakt eine Sonderstellung einzunehmen. Hier greift nach Googles eigener Aussage oft eine Opt-In-Regelung, die sogenannten "Smart Features" sind hierzulande meist standardmäßig deaktiviert. Man möchte den Zorn der europäischen Regulatoren wohl nicht unnötig herausfordern - eine taktische Zurückhaltung, die man fast schon als Respekt vor den hiesigen Datenschutzbestimmungen interpretieren könnte.
Allerdings - und hier kommt der obligatorische Realitätscheck - ist blindes Vertrauen in die Voreinstellungen eines US-Tech-Giganten selten eine gute Idee. Es ist dringend anzuraten, die Einstellungen von Gmail und Google Workspace selbst zu prüfen. Es gab bereits Berichte, wonach die "Smart Features" trotz EU-Standort aktiviert waren. Wenn Du nicht möchtest, dass der Konzern die gesammelte E-Mail-Historie für seine Trainingszwecke nutzt, solltest Du daher die Einstellungen unter Smarte Funktionen in Gmail und dann unter Smarte Funktionen in Google Workspace in den erweiterten Einstellungen manuell deaktivieren. Doppelt hält bekanntlich besser, besonders wenn es um die eigenen Daten geht. Der Aufwand von zwei Klicks ist gering, die potenzielle "Verbesserung" Deiner Datenlage hingegen beträchtlich.
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